Nichts als die "Wahrheit" – Warum Lügengeschichten so gut funktionieren

Politics & Society
re:publica 2016

Short thesis: 

Die Psychologie hinter Fakes: Wie wütende User und obskure Blogs Unsinn im Netz verbreiten, wieso dies so wirkungsvoll ist und was wir dagegen tun können.

Description: 

Update: Hier gibt es auch ein Transkript des Vortrags. 

"EILMELDUNG!!!" Im Internet stimmt vieles gar nicht. Wir werden hinters Licht geführt. Aber nicht unbedingt von der "Systempresse" oder den "Gutmenschen", sondern von Verschwörungstheoretikern und Hassgruppen, die "sich nicht den Mund verbieten" lassen.

Diese User und Blogs kämpfen mit der "Wahrheit" gegen die "veröffentlichte Meinung". Das Problem daran: So ungeschickt sind sie gar nicht. Viele Falschmeldungen erhalten enorme Aufmerksamkeit, sie werden zu Urban Legends in der digitalen Desinformationskultur. Aber wieso ist das so, dass Lügengeschichten so ungeheuer wirkungsvoll sind?

Im Vortrag soll die Psychologie hinter Lügengeschichten und deren Funktionsweise beschrieben werden – ein paar Bespiele:

  • Rechte Blogs vernetzen sich untereinander, zitieren einander als vermeintlich "unzensurierte" Quelle und konstruieren eine eigene Parallelrealität mit wiederkehrenden Mythen.
  • Irreführende Formulierungen werden gezielt eingesetzt, um eine sachliche Debatte zu verunmöglichen. In ihrer Rhetorik wenden „besorgte Bürger“ etliche Tricks an. Sprachlich immunisieren sie sich auch mit Begriffen wie der „Zensur“, die bereits dann geortet wird, wenn jemand Kritik an ihren Aussagen übt.
  • Eines der größten Probleme ist, dass Menschen für Richtigstellungen nicht mehr erreichbar sind: Selbst wenn sie die Korrektur einer Falschmeldung sehen, glauben sie weiterhin der Falschmeldung und nicht der Korrektur. Manche User scheinen nicht mehr erreichbar zu sein für Argumente. Doch was können wir dagegen tun?

Mit den Methoden der Fälscher wird sich der Vortrag beschäftigen und mit Gegenstrategien, um Lügengeschichten zu entschärfen, Richtigstellungen wirkungsvoller zu formulieren und auch jene zu erreichen, die oft nur schwer erreichbar scheinen. Das Ganze ist ein Plädoyer für eine digitale Debatte, bei der man es den Verschwörungstheoretikern und Hassgruppen ein bisschen schwieriger macht.  

Stage 6
Wednesday, May 4, 2016 - 13:45 to 14:15
German
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Beginner

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Autorin & Journalistin