»Wir hab’n Polizei!« - Chancen & Herausforderungen beim Einsatz sozialer Medien in der Polizeiarbeit

Politics & Society
re:publica 2017

Short thesis: 

Aufgezeigt werden soll, wie ein ganzer Berufsstand durch seine Kommunikation in den sozialen Medien eine Art Imageaufschwung von »dislikable« zu »loveable« erfahren hat, welche positiven Signale dies für unsere Gesellschaft, den Rechtsstaat und die Zukunft der digitalen Präsenz der Polizei haben kann, vor welche Herausforderungen der offene Dialog die Beamten aber auch stellt (Stichworte: Falschmeldungen, Hatespeech, Whistleblowing, Terrorwarnungen …) und wie diese Weise der »neuen Kommunikation« anderen Berufsgruppen zum Vorbild gereichen kann.

Description: 

Spätestens seit Jan Böhmermanns »Ich hab‘ Polizei« haben unsere Hüter von Ordnung und Recht eine neue Form von Aufmerksamkeit und einen Imageumschwung in der öffentlichen Wahrnehmung erfahren. Aber nicht nur das Video von Deutschlands derzeit sicherlich populärsten Politkomiker hat dazu beigetragen. Auch die Art und Weise, wie sich immer mehr deutsche Polizei-Dienststellen auf den Social-Media-Kanälen präsentieren und den Geist von »Gut statt Böse«, »Clever statt dumm«, »Witz statt Zeigefinger» versprühen, kommt an. Manche Polizei-Accounts gehören inzwischen zu den heimlichen Social-Media-Stars – so etwa die Polizei Frankfurt am Main, die im Herbst 2016 den Virenschleuderpreis für ihre Arbeit auf Twitter, Facebook und Instagram erhielt. Und das ist gut so. Unsere »Freunde und Helfer in der Not« sind auf diese Weise wieder nahbarer geworden. Der Bürger kann sich besser hineinversetzen in die Herausforderungen des aufreibenden Arbeitsalltags der Polizisten. Auf den digitalen Polizei-Kanälen findet sich ein gekonnter Mix aus Infotainment, Aufklärung und Sensibilisierung – gerade Letzteres kann unsere Gesellschaft derzeit gut gebrauchen. Durch den offenen Dialog via Facebook, Twitter et al. sind die Beamten damit näher dran an den Menschen und ihrem Alltag, als es die auf Metaebene agierende Politik noch vermag. Außerdem zeigen die Polizei-Accounts auf, wie viel Fingerspitzengefühl es bei der Verwendung der sozialen Medien im Allgemeinen, insbesondere aber in extremen Situationen braucht. Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage, welche Funktion und Rolle die Polizei im digitalen Raum überhaupt einnehmen soll? Braucht es gar »Onlinestreifen«, um gegen Delikte wie Hatespeech oder auch Cybergrooming vorgehen zu können?

Die Session eröffnet mit einem Impulsvortrag über die Entwicklung und den aktuellem Stand der Polizeipräsenz in den sozialen Medien. Daran schließt sich an eine Diskussionsrunde mit der Kommunikationsforscherin Katharina Kleinen-Von Königslow, dem Kriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger sowie André Karsten, der als Social Media Communicator und Polizeisprecher Soziale Medien bei der Polizei Frankfurt am Main an der Basis digitaler Polizeiarbeit unterwegs ist.

Idee, Impulsvortrag & Moderatorin: Alexa Brandt.

Stage 2
Tuesday, May 9, 2017 -
11:15 to 12:15
German
Discussion
Everyone

Speakers

Digitalredakteurin I Head of PR & Social Media
Social Media Communicator / Polizeisprecher Soziale Medien