Ad-Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung

Science & Technology
re:publica 2016

Kurzthese: 

Gute-Nacht-Geschichten für die Online-Werbe-Industrie der Gegenwart. Die jahrelang praktizierte Innovationsarmut der digitalen Nachrichtenindustrie trägt Früchte: Angst und noch mehr Duldungsstarre. Die Industrie versteht langsam, dass das herkömmmliche Finanzierungsmodell aus dem Print-Bereich, Werbung, nicht so erfolgreich Geld in die Kassen der Verlage spült wie erhofft. Während in den Printausgaben pauschal geworben und abgerechnet wird, zahlen Werbende an die Verlage im Online-Business nur pro View und pro Klick. Wir berichten aus der Perspektive des technisch sensibilisierten Klickviehs und haben vielleicht den Ansatz einer verbraucherfreundlichen Alternative im Gepäck.

Beschreibung: 

Der Springer-Verlag 2.0 erbrach sich Ende 2015 auf die Fliesentische seiner Online-Leserschaft und aktivierte eine technische Maßnahme zum Ausschluss der digitalen Schwarzleser: jener Menschen, die aus verschiedenen Gründen einen Ad-Blocker benutzen. BILD-Online kann es sich leisten, den Vorreiter für alle anderen Online-Medien zu spielen, die auch von re:publica-Besuchern noch ernstgenommen werden. Viele Online-Nachrichtenmagazine schauen gespannt auf die Ergebnisse dieser Ad-Wars, die von Springer initiiert wurden und nun zwischen den Werbe-Pushern und den Adblocker-Programmierern ausgefochten werden. Die Gründe für das Blockieren der Werbung sind denkbar einfach: Sie nervt, und die weitaus meisten Exploits werden über Ad-Networks in die Browser der nichtsahnenden Leserschaft gepusht, die damit die Kontrolle über ihre Rechner verliert.

Wir haben für die re:publica einen Koffer voller Analogien aus der Welt der IT-Security gepackt und wollen zeigen, dass die Medienindustrie grade Gefahr läuft, die Fehler der IT-Industrie aus den 1990er-Jahren zu wiederholen – und zwar auf Kosten der Zielgruppe. Es ist völlig klar, dass unser jeweiliger Lieblingsverlag seine Online-Dienstleistung nicht aus reiner Nächstenliebe anbietet. Werbung ist derzeit die am weitesten verbreitete Lösung für die Frage der angemessenen Bezahlung all der Redakteure und Macher, die uns mit Nachrichten versorgen.

Wir wollen erklären, wie Werbung verbraucherfreundlich und sicher gestaltet und vor allem durch alternative Bezahlmodelle ergänzt werden könnte – und zwar so, dass Konsumenten und Produzenten gleichermaßen respektvoll behandelt werden.

Stage 2
Dienstag, 3. Mai 2016 - 11:15 bis 12:15
Live Dolmetschung
Vortrag
Anfänger