Stadtflucht der Nerds

Mobility & City
re:publica 2017

Kurzthese: 

Lange Zeit galten große Städte wie London, Berlin oder Tel Aviv als Sammelplatz für Computermenschen und alle, die "was mit Medien" machen wollten. Unter dem Eindruck steigender Mieten und schrumpfender Freiräume erobern die Nerds jetzt die entvölkerten ländlichen Räume zurück und machen aus ihnen utopische Orte.

Beschreibung: 

Der Talk zeigt anhand zahlreicher Beispiele die Entwicklung von der Landkommune der Spät-68er hin zu heutigen Hackbases und hochtechnisierten Ökodörfern. Er klärt, welche technischen, kulturellen und politischen Voraussetzungen nötig sind, um die Landflucht, fortschreitende Überalterung und Brain-Drain umzukehren und allen Menschen ein selbstbestimmtes, umwelt- und klimafreundliches Leben außerhalb der kapitalistischen Verwertungsinteressen zu ermöglichen.

Der ländliche Raum zeichnet sich in erster Linie durch Verfügbarkeit von Platz aus. Sowohl Grundstücke als auch Gebäude sind oft zu Preisen käuflich erhältlich, die in der Städten für eine Monatsmiete fälllig wären. Dem gegenüber stehen große Probleme mit der Infrastruktur, insbesondere dem ÖPNV, teilweise auch dem Internetzugang. Hier sind pragmatische und kreative Lösungen erforderlich und werden auch eingesetzt, Beispiele werden erläutert. Das größte Hindernis aber sind Menschen, die einen, die in ihrer dörflichen Region Veränderungen gegenüber wenig aufgeschlossen sind, die anderen, die glauben, dass sie für ihren Lebensentwurf unbedingt 50 Clubs und 300 Cafés in einer mit dem Fixie in 10 Minuten überbrückbaren Entfernung benötigen. Wie beide Gruppen überzeugt werden können, einer aus Sicht der Utopist_innen positiven Lebenswelt des 21. Jahrhunderts zumindest nicht ablehnend gegenüberzustehen, ist der Schlüssel zur Frage, wie wir als Menschheit unsere Zukunft positiv gestalten können.

Aufzeichnung: https://www.youtube.com/watch?v=Nm28p_nsTWM

Stage J
Mittwoch, 10. Mai 2017 - 15:00 bis 15:30
Deutsch
Vortrag
Alle

Speakers

unorganisert