re:publica goes POP

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rpPop 2018

Das Motto der ersten re:publica 2007 lautete „Leben im Netz“.

Das Web 2.0 als interaktives Mitmachnetz war in den Kinderschuhen, der Kreis um die erste re:publica bildete einen Ausschnitt der ersten NetzbürgerInnen als Menschen, die aus meist nicht professionellen Motiven heraus das Netz besiedelten. Und die es auch zu einem alternativen Lebensraum umkultivierten und damit bewiesen, dass es richtiges Leben im falschen, also im nicht-physischen gab.

 

Zehn Jahre später sind das Netz und insbesondere seine Social-Media-Kanäle vom Nischen- zum Massenmedium geworden: Im Juni dieses Jahres bedankte sich allein Facebook bei 30 Millionen aktiven NutzernInnen in Deutschland, mehr als einem drittel der Bundesbevölkerung also.

2017 ist das Netz Massenmedium und Konsummeile, ein El Dorado für Influencer jeder Couleur, ein gewaltiges Propagandainstrument, ein gigantischer Spielplatz.

Als Reaktion auf das Zeitalter der Austauschbarkeit, des Überflusses, der Identitätslosigkeit hatte POP-Art In den Fünfzigerjahren das Triviale zur Kunst erhoben. Mit dem Motto POP reagiert die re:publica 2018 auf einen vergleichbaren Zeitgeist. Die von Andy Warhol prophezeiten 15 Minuten Ruhm schließlich haben sich erst im digitalen Zeitalter manifestiert. Wir werden uns also hineinbewegen in den Mainstream digitaler Populärkultur, sie besser kennen lernen und umgekehrt die Vielfalt und den Reichtum des Netzes zu größerer Popularität verhelfen.

Wir möchten Filterbubbles platzen lassen, uns in die Öffentlichkeit stellen, Netzkultur und -politik greifbar machen.

Wie die POP-Art-Bewegung Kultur aus den Museen und Galerien an Gemeinplätze trug, wird auch die re:publica 2018 an unerwarteten Orten stattfinden, auch wenn wir die STATION Berlin als zentralen Standort behalten.

POP ist eine Öffnung und eine Einladung und wird deshalb bunter, diskursfähiger und tanzbarer denn je.

 

Tanja Haeusler, Mitgründerin re:publica

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