2016-05-02

Female is not a Genre

Nach wie vor dominieren Männer die Musikindustrie. Die Berliner Singer-Songwriterin Roxanne de Bastion will das ändern. Auf dem Musicday im labore:tory sprach sie darüber, wie die Dezentralisierung der Musikindustrie der Schlüssel sein kann.

Frauen sind im Musikbusiness leider noch immer unterrepräsentiert. Laut de Bastion liegt das vor allem daran, dass sie benachteiligt und chronisch unterschätzt werden. In ihrem Panel berichtete de Bastion von ihren eigenen Erfahrungen als unabhängige Musikerin mit eigenem Label. Immer wieder werde sie darauf angesprochen, wie mutig es sei, dass sie ihre Touren selbst organisiert und sich nicht abhängig macht – als Frau.

Gleichzeitig bekämen Musikerinnen oft schlechteren Support und würden übergangen, beispielsweise im Festivalbusiness. Das Line-up des Reading & Leeds Festivals 2015, einem der größten Musikfestivals in England, bestand aus fast 100 Bands. Nur neun davon hatten wenigstens eine Frau unter sich. Um dem entgegenzusteuern, gründete de Bastion das Netzwerk From Me To You Music (#FM2U) für unabhängige MusikerInnen. Das Netzwerk ist für Männer und Frauen gleichermaßen, denn es gehe ihr darum, niemanden auszuschließen. Mit dem Netzwerk will die Speakerin die Musikindustrie fairer machen: "There is plenty of money in the music industry, but it's just not distributed fairly." De Bastion rief deshalb die Technologiebranche ("you tech people") auf, sich mit den unabhängigen MusikerInnen zusammen zu tun. Mithilfe von neuen Blockchain-Technologien, also weg vom monopolistischen Labelsystem, könne das Musikgeschäft dezentralisiert – und somit gerechter für alle werden. "Wenn wir Musikschaffenden und ihr Technik-ExpertInnen zusammen kommen, können wir ein besseres und faires Musik-Business erschaffen", resümiert de Bastion und beschreibt damit auch den Ansatz des Schwerpunkts Musicday.

Foto: re:publica/Jan Michalko (CC BY 2.0)