2015-06-05

re:member: Zum Tod von Peter Kruse

Am 1. Juni ist der Psychologe, Unternehmer und Netzwerkforscher Peter Kruse im Alter von 60 Jahren verstorben.

Intelligente Netzwerke und deren Verhaltensweisen standen im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit – und damit auch das Zusammenspiel von Internet und Gesellschaft: welche politischen aber auch sozialen Auswirkungen hat das Netz auf die Gesellschaft und warum polarisiert es so stark?
Peter Kruses Vortrag auf der re:publica 2010 "What's next? Wie die Netzwerke Geselschaft und Wirtschaft revolutionieren", steht aus gutem Grund noch heute, fünf Jahre später auf Platz drei der beliebtesten rp-Talks.

[video:https://www.youtube.com/watch?v=ryiuuUKQJy0]

Mit einem systemtheoretischen Ansatz veranschaulichte der promovierte Psychologe, wie das Internet Raum für neue Machtverhältnisse schafft, mit dem Resultat, dass sich immer mehr Menschen an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen wollen. ACTA und der Arabische Frühling sind nur zwei Beispiele, die Kruse's Feststellung von 2010 bewahrheiten.

Peter Kruse galt als "Internet-Guru" und Visionär, als Redner verstand er es sein Publikum mit Witz, Klugheit und Optimismus mitzureißen.

Als Unternehmer gründete er Nextpractice, eine Beratung, deren Ansatz auf Selbstorganisations- und Chaostheorie basiert. Auf deren Seite heißt es, dass der Professor sich für die nächsten Jahre noch "Großes vorgenommen" hatte und unsere leicht flapsige Anmoderation der #rp10: "Des Internets Muse – Peter Kruse" klingt jetzt traurig nach.

Wir werden seine Inspiration vermissen.

Bildnachweis ganz oben: re:publica/Daniel Seifert (CC BY-SA 2.0)