2017-06-09

re:view – re:publica: More Love!

Es ist Montagmorgen, der 8. Mai dieses Jahres. Vor der Main Stage in der STATION-Berlin am Gleisdreieck liegt Spannung in der Luft. Auf den Bildschirmen neben der Bühne wird gesägt, gehämmert, gemalt – Weiß auf Rot. Überall wird gearbeitet. Musik ertönt, elektronisches Rauschen, Lichtelemente schweifen durch den Saal. Als wäre Nacht und als würden wir feiern. Die Stuhlreihen sind voll und die Teilnehmer freudig ob der kommenden drei Tage voll medialem Input und interessanten Begegnungen. Ein Rückblick auf den Track re:publica.

Auf die Leinwand hinter der Bühne werden Buchstaben projiziert: “re:publica“ erscheint in weißer Schrift – dazu das diesjährige Motto: “Love Out Loud“. Der Hintergrund ist farbenfroh: gelb und pink und blau. Das Ziel: Menschen, Organisationen und Projekte in ihrem Streben gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit zu vereinen und Licht in die dunklen Winkel unserer digitalen Gesellschaft zu bringen. Um nicht in den Tiefen des digitalen Ozeans zu verschwinden, sondern Flagge zu zeigen, zu diskutieren, Neugierde zu wecken und offen und empathisch zu sein. Jetzt sofort, drei Tage lang, auch über die re:publica hinaus.

 

“Ich verstehe das Motto als realitätsnah, als Aufruf zur digitalen Zivilcourage“, sagt Johnny Haeusler, einer der GründerInnen der Konferenz. “Wenn wir wollen, dass das Netz die Vielfalt der Menschheit abbildet, dann müssen wir daran arbeiten, dann müssen wir laut sein.“

 

Und laut, das ist die re:publica 2017 auf jeden Fall. Mit 1030 SprecherInnen aus 67 verschiedenen Ländern. In 525 Session auf 20 verschiedenen Tracks. Und natürlich mit einem umfassenden Rahmenprogramm, um nach den Sessions, Talks und Diskussionen sanft ins Jetzt zurückzukehren. 

 

Die re:publica hat auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten: von interaktiven Installationen bis zu einem Ausflug in die Virtual Reality. Vom effektiven Work-out beim “Ideogging” bis hin zur persönlichen Gestaltung der #rp17.

 

Etwa, in dem du einen eigenen Slogan zur Veranstaltung oder einfach ein bisschen #LOVE mit dem #LOLreposter per Tweet an @republica sendest. Das Ganze wird dann von den Illustratoren Marius Wenker und Sven Gerhardt als Teil der Ausstellung in der Mainhall aufgestellt. Oder schließ einfach mal die Augen und lass dich von den Klängen der Singer-Songwriterin Michelle Daly berauschen.

 

Am Abend sorgt die re:publica mit dem Indie-Pop von Yalta Club für die perfekte After-Work-Stimmung. Danach kannst du den Tag mit den Sounds von DJ Andreas Athineos oder beim Power-Point-Karaoke ausklingen lassen.

 

Am Mittwochabend ist war dann alles wieder vorbei. Aber es geht weiter: in Dublin oder einfach im nächsten Jahr. Judith Holofernes sang auf Bühne drei und wir sagen: Goodbye, re:publica 2017! See you next year! Bis dahin “wollen wir die Welt, auch nicht die virtuelle, nicht den Arschlöchern überlassen“ – Zitat von Tanja Haeusler. Also: Let’s Love Out Loud!

 

von Ivy Nortey (EJS)

Bildnachweis: re:publica/Gregor Fischer, Jan ZappnerGregor FischerJan Michalko(CC BY-SA 2.0)Fab Lab Berlin; re:publica/Gregor FischerJan Michalko(CC BY-SA 2.0)