2017-12-31
#rp18-Speaker Jens Balzer – Der “Popkardinal” lädt zum Panorama der Gegenwart
#rpSpeaker Jens Balzer; photo credit: Roland Owsnitzki

#rpSpeaker Jens Balzer; photo credit: Roland Owsnitzki

Wenn eine re:publica zum Thema POP stattfindet (und das auf mehr Bedeutungsebenen, als der Philosoph Hans Blumenberg für möglich gehalten hätte) darf natürlich ein Poptheoretiker nicht fehlen, der uns die massentauglichen Kulturphänomene der Gegenwart erklärt. Niemand wäre dafür so prädestiniert wie Jens Balzer: Der Berliner Experte für “Räusche und Geräusche” ist Autor und Kolumnist u.a. für die Zeit, Rolling Stone und Radio Eins. Er hat für das Popkultur-Magazin Spex, Literaturen und das Deutschlandradio geschrieben und war stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton der Berliner Zeitung. Neben seiner journalistischen Tätigkeit lehrt er Popkritik an der Universität der Künste Berlin; betreut den Popsalon am Deutschen Theater, hat als Kurator u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gearbeitet und legt auf – Pop goes our heart, würde Hugh Grant da singen! 

Der Klappentext von Balzers Monografie: ‘POP. Ein Panorama der Gegenwart’ macht ein breites Spektrum auf – und liegt damit ganz nah bei uns: Von Helene Fischer bis zu Sunn O))), von den Waldschraten des Neo-Folk bis zum queeren Pop der Künstlerin Antony Hegarty, vom Männlichkeitskult im Hip-Hop bis zum Minimal-Technorausch im Berghain: Popmusik ist die wichtigste Kunstform der Gegenwart, keine andere reagiert so direkt und schnell auf die Verfassung unserer Zeit, kein Stil spiegelt das Tempo der digitalisierten Kultur so exakt.

Ob als Konzertbesucher, tanzend im Club oder in der Begegnung mit Künstlern und Bands skizziert er Strömungen, Charaktere, Trends und Konstellationen der letzten zehn Jahre und lässt so ein energiegeladenes Panorama des aktuellen Pop entstehen.  Angst vor Jens Balzers Highbrow a.k.a “Plattenkritiken am Rande des Wahnsinns” müssen wir übrigens trotz “Jens Balzer-Challenge” (initiiert von Schleckysilberstein) nicht haben, denn bei aller Distinktion, von der Balzer erzählt: das ist unser Leben. Wir alle können und sollten gespannt sein auf Diskurse wie “elektrische Schafe träumen von Céline Dion“ oder “hermaphroditischen Backenhörnchen auf Methamphetamin”- im Beharren auf einem Rest von Pop-Dissidenz und -Widerständigkeit, dass es guten und schlechten Pop gibt: Da sind wir uns mit Jens Balzer einig. Uns erwartet eine Einführung in massentaugliche Kulturphänomene der Gegenwart. Bühne frei für Pop. 

Kritiken:
ZeitOnline
Berliner Zeitung