2017-11-27
#rp18-Speaker: Reflektierter Fortschreiten mit Ranga Yogeshwar

Was bleibt, was ändert sich – und was macht das mit uns? Nächste Ausfahrt Zukunft: #rp18-Speaker Ranga Yogeshwar bringt zum Topic "We can WORK it out" "the big picture" komprimiert für einen Smartphone-Monitor mit.

 

Ziel jeder re:publica ist es, engagiert und kritisch die Zukunft zu träumen, die Gegenwart zu reflektieren und Technologie und Kultur als Gesamtzusammenhang zu begreifen. Wohin weisen die Logbücher aus den Laboren zu den Themen Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Automatisierung? Zu welchem Preis bekommen wir unseren Fortschritt hinsichtlich natürlicher Ressourcen und einem sozialen Ausgleich? Darüber werden wir gleich am ersten Tag der #rp18-Konferenz in einen Dialog treten – und über alle anderen großen (Zukunfts-)fragen natürlich auch.

 

Für eine knappe Stunde Vortrag ist das inhaltlich ambitioniert, aber wir haben da mal eine Versuchsanordnung vorbereitet. Wir freuen uns sehr darauf, jemanden bei uns begrüßen zu dürfen, der einer mündigeren Gesellschaft das Parkett bereitet. Weder scheut er vor dem Samstagabend-Showprogramm der Öffentlich-Rechtlichen zurück, noch vor der Übersetzung von wissenschaftlichen Großtheoremen in das Fernsehäquivalent eines Tweets. So erklärte er in der TV-Sendung "Wissen vor 8" ein Thema in exakt 145 Sekunden.

 

Ranga Yogeshwar ist Physiker und einer der profiliertesten öffentlichen Wissenschaftsjournalisten, der zahlreiche TV-Sendungen entwickelt, produziert und moderiert. Er ist Mitgründer der Initiative "Jeder kann programmieren". Für sein neues Buch hat er sich vorgenommen, Zukunftsszenarien zunächst einmal so aufzubereiten, dass sie verständlich werden. Er berichtet von seinen Besuchen in einem Klonlabor in Südkorea, einer Auswilderungsstation auf Sumatra, von unterirdischen Eishöhlen auf Spitzbergen oder den zerstörten Atomanlagen in Fukushima. Oder er erinnert sich, wie sein indischer Großvater dort die erste mobile Bibliothek einführte.

 

Sein neues Buch "Nächste Ausfahrt Zukunft" ist Ranga Yogeshwars engem Freund Frank Schirrmacher gewidmet. Gern hätte er es gern mit ihm gemeinsam geschrieben. Wir sind deswegen umso gespannter auf seinen Aufruf zu einem "reflektierten Fortschritt" als posthumen Nachhall des Austauschs mit dem verstorbenen Herausgeber der FAZ.

 

Verglichen mit den klaren Demarkationslinien, mit denen die Renaissance das Mittelalter ablöste oder die Moderne das Bürgertum erschütterte, erscheint die Behauptung, wir befänden uns in einem ähnlich epochalen Umbruch, fast wie ein Frevel. Und dennoch stehen Grundsatzentscheidungen nicht nur für die Digitalisierung, sondern auch in anderen Forschungsfeldern an. Uns bleibt oft kein anderes Instrumentarium als „das Neue“ mit alten Augen zu betrachten – zunehmend auch mit Angst vor der weiter zunehmenden Komplexität.

 

Den Buchtrailer, den Yogeshwar selbst geschnitten hat, kommt in eher düsteren Waben daher. Es soll auf der Bühne 1 aber nicht schwarz gemalt werden, sondern aufgeklärt – im besten Sinne.

 

 

Rangas Website: http://yogeshwar.de