2016-05-09

An der Schnittstelle von Virtueller Realität und darstellenden Künsten

Rund 500 BesucherInnen waren am 5. und 6. Mai bei “Performersion – Days of Performing & Immersive Arts” dabei, nahmen an den Workshops teil und lauschten den Vorträgen. Damit ging das zweitätige Programm im Anschluss an die re:publica letzte Woche erfolgreich zu Ende. Mit unserer Kooperation mit dem Performing Arts Programm (PAP) des LAFT Berlin, gefördert durch die LOTTO-Stiftung, erschufen wir eine Plattform zur Vernetzung der freien darstellenden Künste mit der Digitalkultur. Die TeilnehmerInnen tauschten sich zu Virtual Reality und Theater, zu neuen immersiven Formen der Kommunikation und den notwendigen ethischen Fragestellungen, die dadurch entstehen, aus.

Am Vormittag des 5. und 6. Mai konnten Interessierte an verschiedenen Workshops der Künstlergruppen Gob Squad, She She Pop, LiCHTPiRATEN, VRNERDS, The Constitute, machina eX und weiteren teilnehmen. Die waren ziemlich populär bei euch und waren bereits nach kurzer Zeit ausgebucht. Am Nachmittag öffnete die Performersion die Türen für Performances und Lectures von KünstlerInnen, ForscherInnen und EntwicklerInnen, die neue Synergien zwischen Technologien und der darstellenden Kunst aufzeigten. So experimentierte etwa das Berliner Kollektiv “The Constitute” mit 360-Grad-Kameras und suchte nach möglichen Einsatzbereichen und deren Potenzial im Kulturbereich.

[caption]Teilnehmer tauchen in VR-Installationen ein.[/caption]Ein beliebter Anlaufpunkt im Aussteller-Bereich in der zweiten und dritten Etage war die Installation “The Doghouse” des dänischen Kollektivs Makropol. An einem Tisch nehmen bis zu fünf Personen mit Virtual-Reality-Brillen und Kopfhörern Platz. In dem Szenario findet ein Abendessen bei einer Familie zu Hause statt, in dem verschiedene Probleme der Charaktere sichtbar werden. Hinter jeder Brille verbirgt sich eine andere Rolle eines Schauspielers oder einer Schauspielerin, die der Träger oder die Trägerin jeweils erlebt. Geräusche und Perspektiven werden so erfahrbar, das Setting selbst erinnert an die “Dogma 95”-Filmbewegung.

Das Bühnenprogramm der Performersion startete am 5. Mai mit einer Keynote von Constanze Kurz (CCC, netzpolitik.org). Die Netzaktivistin reflektierte über die Ethik bei den immersiven Medien und forderte sechs Maßnahmen für deren Gebrauch. Den zweiten Tag (6. Mai) eröffnete Tim Renner, Berliner Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten, und testete vor Ort selbst verschiedene VR-Installationen aus. Er freue sich auf neue Synergien im Kultursektor und sei überzeugt, dass Technologien und darstellende Künste eine sinnvolle Ergänzung seien und Storytelling so nachhaltig gestaltet werden könne, so Renner.

[caption]RE: WONDERLAND or FOLLOW THE WHITE RABBIT[/caption]Die Künstler-Gruppe Prinzip Gonzo beschloss beide Abende mit einem Performancespiel, das extra für die Performersion in Zusammenarbeit mit Developer Markus Schubert (TOTO) und mit Hilfe der Projektions-Software OMNIDOME entwickelt wurde. Für RE:WONDERLAND or FOLLOW THE WHITE RABBIT verwandelten sechs Beamer das Kühlhaus durch Projection-Mapping in ein Spielfeld. In einer virtuellen Welt, die an “Alice im Wunderland” angelehnt war, spielten sich die Teilnehmenden durch das Spiel des Lebens. Dafür mussten sie Rätsel lösen. Die erhielten sie mittels mit einer mobilen App eingescannte QR-Codes, um so Spielfeld für Spielfeld voran zu rücken.

Zusammen mit PAP freuen wir uns total, dass so viele BesucherInnen zur Performersion fanden. Das rege Interesse zeigt uns, dass wir mit dem zweitägigen Festival einen Nerv getroffen haben.

Bildnachweis: re:publica/Jan Michalko (CC BY 2.0)