re:view – Business & Work: Jenseits von Buzzwörtern

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Work, work, work.

Industrie 4.0, Big Data, digitale Führung, Internet of Things, Roboter als Mitarbeiter, digitale Transformation – Buzzwörter ohne Ende. Wie neue Technologien die Arbeitswelt wirklich verändern, welche Auswirkungen Industrie 4.0 auf den Alltag im Arbeitskontext hat und wie zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann, wurde im Track Business & Work diskutiert.

Unternehmen hoffen im Zeitalter der Digitalisierung auf Kostenoptimierung und kollektive Intelligenz, Crowdworker schätzen Unabhängigkeit und Flexibilität. Crowdworker sind die Mitarbeiter der Zukunft. "Arbeiten wir deswegen bald alle in der Cloud?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich Jan Marco Leimeister, Direktor am ITeG Universität Kassel und Dorothea Utzt, Co-Founderin & CEO streetspotr zu Beginn des Tracks. Aktuell gibt es nur sehr wenige hauptberufliche Crowd-Worker – noch ist es eine Extremform der Arbeit. Handlungsbedarf gibt es dennoch: Wer in der Cloud arbeitet benötigt einen umfassenden Arbeitsschutz. In der Diskussion werden Forderungen nach konkreten Lösungsvorschlägen laut, erste Richtlinien kann hierfür der Code of Conduct für Crowdworking bieten.

Früher bedeutete Outsourcing den Standort eines Unternehmens zu verlegen – heute benötigt man nur einen Internetzugang. MitarbeiterInnen kann so Flexibilität geboten werden, an der Sicherheit ihrer Arbeitsplätze darf jedoch nicht gespart werden. Teilzeitstellen sollten deswegen nicht die Lösung für flexiblere Arbeitsplätze sein. Deutschland kann und sollte in Europa eine Führungsrolle in der digitalen Wirtschaft einnehmen und Vordenker für flexible und gleichzeitig sichere Arbeitsplätze sein. Hierfür müssen zwei Dinge kombiniert werden: Die Sicherheit des deutschen Mittelstands und die zunehmende Start-Up Mentalität. Ziel sollte nicht sein, das Silicon Valley Modell zu kopieren – so die Experten der Session "How can Germany be a leader in the digital economy?“, unter denen ebenfalls der Ökonom Steven Hill war.

Bereits jetzt zeigt sich: Digitalisierung verspricht Vereinfachung, treibt aber auch Komplexität. Der Vortrag “Make life easy (again)!? Was wollen wir uns von Technologie abnehmen lassen und zu welchem Preis?“ nimmt sich dieser Komplexität an und liefert verschiedene Lösungsvorschläge. Komplexität könne getreu dem Motto "Einfach. Digital. Leben.“ ignoriert werden, so die beiden Speaker Martin Schallbruch und Jan Möller. Oder aber Nutzer vertrauen einer einzigen Plattform und reduzieren so die Komplexität. Besonderen Anklang findet Lösungsvorschlag drei: Komplexität könne mit Hilfe eines "Digital Angles“ gehandhabt und so eine Art Vereinfachung gekauft werden.

Passend zum Motto der re:publica zeigte sich auch der Track Business & Work im Festival-Charakter. Unter dem Hashtag #HRFESTIVAL fanden Diskussionen rund um die Themen moderne Zusammenarbeit, Digitale Transformation als Cultural Change im Unternehmen, Diversity sowie Führung und Organisation in Zeiten der Digitalisierung statt. In den Genuss praktischer Übungen kamen die Besucher des IBM Panels inklusive Atem-Übungen, Tango-Kurs und Live-Orchester. 

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Cognitive dress presentation at HR Festival

 

Fazit: Im Fokus standen nicht nur neue Technologien und wie sie unseren Arbeitsalltag verändern, sondern auch die MitarbeiterInnen, ihre Sorgen, Bedürfnisse und Chance im Zeitalter der Digitalisierung.

Das waren natürlich nicht alle Diskussionsrunden, Talks und Meet-ups des Business & Work-Tracks auf der #rp17. Alle Themen findet ihr hier, Video- und Audiomitschnitte findet ihr in den jeweiligen Sessions oder direkt im Audio-Archiv oder auf YouTube

von Kerstin Grünewald (FF)

Bildnachweis: re:publica/Jan Michalko (CC BY-SA 2.0)

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