Hell Yeah - Gewaltreproduktion in Geschichten abbauen

Marlene Pardeller

Info
Wenn cisFrauen in Filmen Spaß haben, müssen sie bestraft werden. Wenn transFrauen auf der Leinwand sind, müssen sie am Ende sterben. Wenn eine Sinti*zza in einer Erzählung vorkommt, muss sie Musik machen. Stereotype sind gewaltvoll. Anders zu erzählen bildet gesellschaftliches Bewusstsein. Lässt unsere Beziehungen zueinander wachsen.
Vortrag
Deutsch
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Medien
Conference

Normalisierung von Gewalt findet nicht nur in alltäglichen Interaktionen, sondern auch in medialen Repräsentationen statt. Die Auswirkungen davon müssen wir alle aushalten, da sie unsere Beziehungen zueinander, die Möglichkeiten von Lust und Vertrauen prägen. Oftmals findet strukturelle Gewalt in Geschichtenerzählung unbewusst statt, wider besseren Wissens. Diesbezüglich möchte der Vortrag transparent machen, was die häufigsten Formen gewaltvollen Erzählens sind und welche Maßstäbe und Richtlinien angewandt werden können, um diesen vorzubeugen.

Im ersten Teil werden die häufigsten Formen medialer Gewalt in Filmen benannt. Dazu gehören Verwechslung von Liebe und Gewalt, Belohnung der Täter und Reviktimisierung von Opfern, Reduktion von Figuren auf bestimmte rassistische Zuschreibungen oder identitäre Merkmale, ohne dass den Figuren darüber hinaus ein eigener Handlungsraum gegeben wird.

Im zweiten Teil wird auf alternative Möglichkeiten der Erzählung eingegangen. Filmbeispiele werden genannt und anhand von diesen analysiert, was die Werkzeuge in der Produktion sind, um geschlechtsbasierter und rassistischer Gewalt sowie gewaltvolle Darstellung von sexueller Orientierung zu verhindern. Positioniertes Sprechen, Kooperation mit Expert*innen der in der Erzählung thematisierten Handlungsstränge sind dabei ebenso essenziell wie zu lernen, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und zu verstehen, von welcher Perspektive die Medienschaffenden selbst sprechen. Unumgänglich dafür ist es, die eigene Sprecher*innen-Position zu kennen. Auch sollte die Frage beantwortet werden können, was das jeweilige eigene Anliegen an der verhandelten Thematik ist und das Wissen über die eigene Involviertheit. Eigene Verstrickungen kennen und transparent machen eröffnet Gestaltungsräume - das macht positioniertes, verantwortungsvolles Erzählen aus. 

In einem dritten Teil werden Handlungsrichtlinien vorgestellt. Diese können im Arbeitsalltag in Momenten von Fragen und Zweifel Orientierung bieten.

Anschließend wird Zeit zum Diskutieren sein.

Der Vortrag ist für Produzent*innen, Drehbuchschreiber*innen, Kamerapersonen, Editor*innen und Lehrende geeignet.

Halbtotale, im Hintergrund Lampen eines Cafés
Mitbegründerin* #keinemehr