re:publica 25
26.-28. Mai 2025
STATION Berlin
Clara Porak, Alexandra Borchardt, Evelyn Hemmer, Simon Kravagna
Die chefredaktion, ein Social-Media-Format für die Gen Z, der FALTER.morgen, ein lokales Newslettermedium, und andererseits, eine journalistische Plattform, bei der Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammenarbeiten: Das sind nur drei Beispiele von bisher 147 Projekten, die durch die „Wiener Medieninitiative“ in den letzten Jahren gefördert wurden. Rund 3 Millionen Euro investiert die Stadt Wien jährlich in die Förderung von innovativem Journalismus. Kleinere Projekte wie die Entwicklung eines Schüler*innenblogs werden mit bis zu 10.000 Euro, größere Projekte wie ein tagesaktuelles Portal für User*innen mit migrantischem Background mit 100.000 Euro gefördert. Einreichen können Journalist*innen sowie Medienunternehmen mit Sitz in Wien sowie deren Kooperationspartner*innen.
Österreich ist medienpolitisch gewiss kein Vorbild. Doch abseits der berechtigten Kritik an einem teilweise korrupten Mediensystem sorgt die „Wiener Medieninitiative“ für einen kleinen Gründerboom unter journalistischen Start-ups in der Hauptstadt. Die „Förderung nach Wiener Art“, wie sie der Medienwissenschaftler Christopher Buschow von der Bauhaus Universität in Weimar nennt, konzentriert sich auf Qualitäts- und Innovationsgesichtspunkte. Die Vergabe der Fördermittel ist in der Wirtschaftsagentur Wien angesiedelt, die Entscheidungen über die Förderungen trifft eine weisungsunabhängige Jury, die mit wechselnden Expert*innen aus Journalismus, Verlagen und Wissenschaft besetzt ist. Die Juror*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen garantieren, dass Qualitätsjournalismus gefördert wird.
Um die Nachhaltigkeit der Projekte zu stärken, sollen unter anderem internationale Kollaborationen erprobt werden. Wer ein journalistisches Projekt in Wien starten möchte, sollte am besten gleich den deutschsprachigen Raum mitdenken – z. B. durch Partner*innen etwa in Berlin, Leipzig oder Köln. Wie dies funktionieren könnte, darüber möchten wir mit den Besucher*innen auf der re:publica 2023 diskutieren.