Twitch statt Therapie? Wie neue Digitalformate junge Männer erreichen

Sonja Peteranderl , Officer Mara , Clemens Korella , Amira Blätte

20.05.2026 13:45–14:45
Stage 4
Deutsch
Podiumsdiskussion
Medien & Öffentlichkeit
#Journalismus #Vibe Shift #Netzkultur #Technologie
Auch Männer können von Stalking, Übergriffen und Gewalt in Beziehungen betroffen sein, sie suchen und finden jedoch selten Hilfe – das kann auch für Frauenhass und Radikalisierung anfällig machen. Neue Initiativen versuchen junge Männer dort zu erreichen, wo sie unterwegs sind, wie auf Twitch.

Mädchen und Frauen sind häufiger tödlicher Beziehungsgewalt ausgesetzt, doch auch Jungen und Männer erleben sexualisierte Gewalt, Stalking und Beziehungsgewalt. Für ihre Erfahrungen gibt es noch zu wenig Sichtbarkeit, kaum Vorbilder, die mit Tabus brechen. Wie wichtig dies ist, zeigt die Netflix-Serie „Baby Reindeer“, die sexualisierte Gewalt gegen einen Mann thematisiert – nach ihrer Ausstrahlung wandten sich in Großbritannien mehr junge Männer an Beratungsstellen.

Beratungsangebote oder Schutzunterkünfte speziell für Männer sind selten und viele Jungen und Männer scheuen sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Expert*innen zufolge fällt es Männern aufgrund traditioneller Geschlechterrollen oft noch schwerer als Frauen über Gewalt zu sprechen oder eine Therapie zu machen. Junge Männer in der Krise können auch anfällig für Frauenhass und Radikalisierung sein.

Investigativjournalistin Sonja Peteranderl, die das Problem in der SWR Vollbild Doku "Männer als Opfer" beleuchtet, diskutiert mit dem Youtuber Clemens Korella, der Psychologin Amira Blätte und Officer Mara vom Twitch Team der Polizei Hannover über neue digitale Angebote für junge Männer.