Things to remember – Erinnerungsdinge an der Schwelle zum Digitalen

Research & Education
re:publica 2016

Short thesis: 

Dinge sind für uns bedeutsam. Sie sammeln sich im Laufe des Lebens ganz unwillkürlich an und sind eng mit unserer Biografie verwoben. Gerade ihre Dauerhaftigkeit prädestiniert Dinge dazu, Erinnerungen zu speichern. Mit der Digitalisierung hat sich der Umgang mit Erinnern und Vergessen grundlegend verändert. Doch Daten selbst sind noch keine Erinnerungen. Worin besteht die Wertigkeit objektbezogenen Erinnerns und welche Herausforderungen ergeben sich für eine digitale Erinnerungskultur?

Description: 

Der Umgang mit Erinnerung hat sich mit der Digitalisierung grundlegend verändert. Die materialisierte Erinnerungskultur scheint sich unaufhaltsam zu entmaterialisieren – lediglich die Speichermedien sind noch materiell. Forschungsarbeiten zeigen, dass digitale Artefakte im Vergleich zu physischen derzeit noch als weniger wertvoll empfunden werden. 

Anhand von Fallstudien untersuchen wir, welche spezifischen Erinnerungsfunktionen persönliche Dinge haben, um prägnante Merkmale physischen Erinnerns herauszuarbeiten. Gemeinsam ist physischen und digitalen Artefakten ihr Verweischarakter: der Erinnernde verbindet mit ihnen Personen, Ereignisse und weitere Objekte. Die Beziehung zwischen Mensch und Ding ist demnach nicht binär, sondern ergibt ein Netz aus unterschiedlichen Bezügen. Für das rasante Ansteigen von digitalen Artefakten gibt es bisher kaum adäquate Kulturtechniken des Erinnerns. Es stellt sich nun die Frage, wie wir mit unseren digitalen Artefakten erinnern wollen.

Stage T
Monday, May 2, 2016 - 13:30 to 14:00
German
Talk
Beginner

Speakers

Interaction Designer & Photographer
Urban Complexity Lab
Historikerin