Everything Everywhere All At Once mit Systemtheorie

Alexander Sängerlaub

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Summary
Frisst die Logik der Ökonomie unsere Gesellschaft auf? Niklas Luhmanns makroskopische "Systemtheorie" hilft uns, sich dieser Frage vorsichtig zu nähern und alles auf einmal, überall, zusammen zu betrachten. Wir starten bei der Logik der verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme und enden beim Bruttosozialglück. Es wird nerdy, aber sexy.
Lightning Talk
German
Conference

Wie messen wir den Fortschritt von Gesellschaften? Entwickeln wir uns als Gesellschaften eigentlich überhaupt noch weiter oder verharren wir beim Status Quo? Und wenn ja, woran liegt es? Was fehlt uns? Sind wir glücklich? Und sind wir gar bruttosozialglücklich? Für all diese Fragen lohnt sich ein Ausflug in Niklas Luhmanns Systemtheorie und ihrem Crashtest an der Wirklichkeit.

Nach Niklas Luhmanns Systemtheorie besteht unsere Gesellschaft aus verschiedenen Subsystemen – Politik, Wirtschaft, Journalismus, Justiz, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, usw. – die nach ihren eigenen Regeln handeln und die sich versuchen als Systeme selbst zu erhalten (= Autopoesis). Zuerst sollen diese Regeln des Handelns (binäre Codes der funktionalen Logik) vorgestellt werden, um zu beschreiben, was die einzelnen Systeme antreibt (z.B. binäre Logik des Gesundheitssystems: macht Menschen gesund / macht Menschen nicht gesund). Im zweiten Schritt wollen wir fragen, in welcher Beziehung und Größenordnung diese Systeme zueinander stehen und wie sie miteinander interagieren. Gibt es Systeme deren Logik auch auf die Logik anderer Systeme (z.B. Ökonomie auf Gesundheit) überschwappt? Und in welcher Relation stehen diese Systeme zu uns als Menschen? Und handeln diese Systeme noch für uns Menschen und sind sie längst in Autopoesis verfallen (also handeln nur nach ihrer eigenen Logik ohne Bezug zur Wirklichkeit)? Und wenn ja, wie messen wir das? Wie hilft uns dieser erst einmal ziemlich abstrakte Metablick, um auf die Probleme der Gesellschaft im Jahr 2023 zu schauen?

Spoiler: Von hier aus ist es nicht mehr weit a) ein einfaches Informationssystem zu entwickeln, das uns den Fortschritt von Gesellschaften verrät und b) zum Bruttosozialglück. Spoiler 2: Am Ende dieses Vortrages wollen Sie sich vielleicht nicht mit Klimakleber auf die Straße, aber an einen Superreichen kleben.

Bild von Alexander Sängerlaub, Fotograf: Andrej Russkowski
"Was mit Medien"