re:publica 25
26th-28th May 2025
STATION Berlin
Seit mehr als 20 Jahren sind historische Settings in digitalen Spielen nicht mehr nur ein beliebtes »Spielfeld«, sondern werden gezielt erinnerungskulturell und -politisch wirksam gemacht. Wo jedoch manche Games wichtige Aufklärungsarbeit leisten, werden andere zur Geschichtsverfälschung eingesetzt. Das Spektrum reicht dabei von terroristischen Organisationen, die Propaganda für die eigene Sache produzieren (z.B. Ego-Shooter der Hisbollah), über staatliche Institutionen, die nationalistische Narrative befördern (z.B. das polnische Institut für Nationales Gedenken unter der PiS-Regierung), bis hin zu individuellen Aktivist*innen, die alle anderen historischen Perspektiven delegitimieren (z.B. Dämonisierung Israels im Kontext des Nahost-Konflikts).
Der Vortrag möchte, nach einer kurzen Vorstellung der besonderen Potentiale von Games für die historisch-politische Bildung (z.B. Vermittlung von Handlungsverantwortung, praktisches Erproben komplexer Systeme, Erzeugung von Empathie durch Perspektivübernahme), konkrete Beispiele für Geschichtsverfälschung in Games vorstellen und ihre jeweiligen Strategien offenlegen.