Immer nur faule Kompromisse? Wie wir durch eine neue Wertschätzung für Kompromisse gesellschaftlichen Zusammenhalt verbessern können

Julia Reuschenbach

Summary
Kompromisse haben keinen guten Ruf. Sie gelten als "faul" oder Prinzipienverrat. Dabei sind sie in einer immer heterogeneren Gesellschaft essentiell. Was weiß die Forschung über die Wahrnehmung von Kompromissen und Aushandlung? Welche Potenziale ergeben sich für den Zusammenhalt aller Generationen?
Stage 2
Talk
German
Conference

Kompromisse sind in einer Konsensdemokratie wie unserer von größter Bedeutung. Heterogene Gesellschaft brauchen Interessenausgleich, Aushandlungsprozesse und den Willen im wechselseitigen Miteinander zu Lösungen zu kommen, die eine Breite der Gesellschaft erreichen können. Doch Kompromisse gelten häufig als faul und als Verrat an eigenen Prinzipien. Sie werden nicht als etwas "neues Drittes" wahrgenommen. Parallel dazu sorgen sich viele Menschen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Junge Leute wollen angeblich nicht arbeiten, wählen alle rechts oder interessieren sich eh nur für Klimaschutz und Digitales. Die "Alten"/Die "Boomer" leben auf Kosten der Jungen, interessieren sich nicht für die Herausforderungen der Zukunft - so die Vorurteile. Dabei zeigen Forschungen, dass die Generationen zahlreiche gemeinsame Themen und Sorgen haben, es eint sie mehr, als sie trennt. Und in allen Altersgruppen gibt es den Wunsch nach mehr Zusammenhalt. Bloß glaubt keine/r so recht daran, dass es den anderen auch so geht. Im Vortrag geht es um Potenziale und Chance für eine neue Kompromisskultur und einen besseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Unser Themenschwerpunkt Zivilgesellschaft wird 2025 von der Kampagnen-Organisation Campact gefördert.