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Datendada

Short thesis

2016 ist Dada-Jubiläums-Jahr. Doch statt Dada als Bewegung der historischen Avantgarde weiter zu musealisieren, soll es als ästhetisches und politisches Verfahren im Netz neu entfesselt werden. Die Netzgemeinde wird so zum „Mouvement international”, die re:publica zum datendaistischen „Weltkongress”.

Description

Wer die Perspektive von Datendada einnimmt, spielt die digitalen Medien gegen den Strich: E-Book-Pamphlete werden simultan-global durchs Netz geschossen, subversive Blogposts autoritätsentkoppelt unter die Leute geworfen, Instagram und Snapchat mit irritierenden Bildern zuplakatiert. Dadaistisch gefiltert, emergieren Meme als neue Collagen, codebasierte Texte als neue Lautgedichte, Algorithmen als neue Alchemie der Worte. Das datendadaistische Netz wirkt als fluider »Merz-Bau« mit Performance- und Wirkungs-Höhlen, innerhalb dessen Menschen sich aus dem erstarrten Flow der Empörungs- und Hasskommentare herauslösen können. Datendada ist keine Ideologie, sondern eine subversive Strategie. Wo Verstand und Logik versagen, kommt dem Non- und Unsinn therapeutische Wirkung zu.

Im Vortrag werden kurz die historischen Dada-Ausprägungen und -Medien vorgestellt, deren digitale Entsprechungen und Weiterentwicklungen aufgesucht sowie »Das datendadaistische Manifest« (Christiane Frohmann/Gregor Weichbrodt) simultan vorgelesen und international veröffentlicht.

(Der Vortrag ist eine Weiterentwicklung der Thesen aus »Unsinn stiften als performative Aufklärung«, #rp14.)

 

Speakers