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Dem Staub der Jahrhunderte entreißen: Offene Archive!

Short thesis

Archive kommen im gesellschaftlichen Bewusstsein zumeist nur vor, wenn sonntagabends im "Tatort" der Weg ins Archiv führt – und oft ist dies ein Abstieg in den Aktenkeller der Kriminalpolizei ... Archive sollten eigentlich DIE Träger der kollektiven Erinnerung sein, mindestens so viel, wie die ihnen verwandten Kultureinrichtungen, Bibliotheken und Museen. Warum dies derzeit absolut nicht der Fall ist und wie einige Archivare/innen versuchen, "Offenen Archiven" den Weg zu bereiten - dies soll in der Session erläutert werden.

Description

In der Tat ist es so, dass Archive in der öffentlichen Wahrnehmung als "staubige" Aktenverwahrstellen wahrgenommen werden, in denen leicht "verhuschte" Mitarbeiter/innen ihren Dienst versehen: PR-Arbeit und öffentliche Wahrnehmung scheinen dort keine Kernaufgaben zu sein. Dabei kommt nur wenigen vergleichbaren Kulturgut-Einrichtungen eine solche gesellschaftlich-kollektive und kulturelle Rolle zu, wie diesen staatlichen und kommunalen (kirchlichen, wirtschaftlichen, politischen usw.) "Gedächtnissen".

Archive und Archivare/innen sind bis heute, so scheint es, sehr stark in Verwaltungsmaßstäben begriffen (die sicherlich auch Berechtigung haben). Eine "Öffnung" und Ausrichtung nach den Interessen und (digitalen) Bedürfnissen der Nutzer/innen bzw. potentieller Nutzer/innen war bis vor kurzem in der deutschsprachigen Community kaum wahrnehmbar – und dies auch im Gegensatz zu Bibliotheken und Museen, die oft viel offensiver und unbefangener auf die Öffentlichkeit zugehen und digitale sowie sozial-mediale Angebote nutzen und entwickeln.

Erst in den letzten Jahren ist ein Umdenken greifbar geworden. Dieses hat mit einigen praktischen "Gehversuchen" in der digitalen Welt (Web 2.0, Digitalisierung/Digitale Langzeitarchivierung, Nutzung kollaborativer Techniken, Mitwirkung an Open Government-Data-Vorhaben und europaweiten Projekten usw. usf.), dann auch sehr viel mit der programmatischen Veranstaltungsreihe "Offene Archive" zu tun, die im Jahr 2012 initiiert worden ist und seitdem läuft. Aber der Weg ist noch weit – vom "Kripo"-Aktenkeller im Tatort zu "Offenen Archiven".

Zur Präsentation: http://de.slideshare.net/OffeneArchive/republica-presentation