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Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern

Short thesis

Digitale Medien und sportpolitische Blogs haben einen immensen Einfluss auf Veränderungen im Spitzensport. Sie können dazu beitragen, den Sportverbänden das Machtmonopol über den Spitzensport zu entreißen.
Neben Bloggern müssen Spitzensportler in der Zukunft digitale Medien intensiver nutzen, um eigene Interessen durchzusetzen. Athleten sind in der heutigen Zeit nicht mehr von den traditionellen Medien abhängig und können so eigenständig über die digitalen Medien ihre Meinung äußern, Interessen vertreten und sich vermarkten.

Description

Das Sportjahr 2016 war ein aufsehenerregendes Jahr und hat sowohl den nationalen als auch internationalen Spitzensport nachhaltig verändert. Weitreichende Doping- und Korruptionsskandale in Zusammenhang mit den am wirtschaftlichen Erfolg interessierten Verbänden IOC, FIFA und DOSB haben den Spitzensport erschüttert und nachhaltig geschädigt sowie ihn national und international zu einem intensiv diskutierten politischen Thema gemacht. Der Spitzensport hat erheblich an gesellschaftlichem Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren und befindet sich zurzeit in seiner wohl größten Sinnkrise. Noch immer instrumentalisieren Funktionäre den Spitzensport für eigene Interessen und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Athleten. Spitzensportler sind gezwungen, sich in intransparenten Verbands- und Förderstrukturen sowie der Monokultur Fußball zu bewegen. Der Fußball hat sich zu einem platzraubenden Monster entwickelt, das alle anderen sportpolitischen Themen erstickt. Viele Verbände zeigen keine innovative Eigeninitiative und haben speziell den digitalen Anschluss verpasst. Die Chancen und Potentiale des Sports, mit Hilfe des Netzes und der sozialen Medien etwas Neues zu entwickeln und Missstände publik zu machen, waren nie größer. Zwar wurden durch weitreichende Digitalisierung bereits Veränderungen in den Berichterstattungen vorangetrieben, jedoch selten im direkten Interesse der Athleten (Athletenvertreter/in als möglicher Diskussionsteilnehmer, siehe unten). Journalisten/ Blogger waren es, die  mit ihren oft detailreichen Blogs, den Lücken- und Gelegenheitsjournalismus im Sport durch weitreichende Recherchen ersetzten und Veränderungen im Spitzensport herbeiführen bzw. Machenschaften  aufdecken. Zudem bündeln und entfachen neue Plattformen wie fairplaid.org (Gründerin = Diskussionsteilnehmerin), fussballdoping.de (Gründer = Diskussionsteilnehmer), derballluegtnicht.com (Antragsteller) Interessen und Streitkultur im Sport auf neue Art und Weise.

Zudem können Bewegungen wie Nolympia (Weitere Option: Dennis Pauschinger als weiterer Experte = Diskussionsteilnehmer) diskutiert werden, da sie über die sozialen Medien großen Zulauf hatten und eine Olympiabewerbung Hamburgs verhindert haben. Sportpolitische Blogs wie die von Jens Weinreich und Andrew Jennings haben den Spitzensport nachhaltig in ein neues Licht versetzt und die Sportlandschaft verändert.

Mögliche Gesprächsanlässe: Sind Blogs im Vergleich zu den vielen etablierten Medien für  Journalisten bzw. Aktivisten nicht nur eine Möglichkeit, sich im Detail mit komplexen Themen auseinanderzusetzen, sondern sind die Seiten unterschiedlicher Blogger auch der Anstoß für sportpolitische Untersuchungen, Dialoge und Veränderungen? Wie können die digitalen Medien auch die direkten Interessen der Athleten vorantreiben? Sportler, die  sich unabhängiger von ihren Verbänden machen wollen, sollten sich selbst im Netz inszenieren. Wenn Athleten mit ihrer Meinung  wahrgenommen werden  möchten, wenn  Athleten eine gute Basis für Sponsoring und die Finanzierung des eigenen Unterhalts haben möchten, brauchen sie eine Plattform. Was können die digitalen Medien leisten?