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Diskutieren lernen - Wie die Gesellschaft im post-medialen Zeitalter über ihre Konflikte ins Gespräch kommt

Short thesis

Nach zehn Jahren Facebook stellen wir fest: Die Diskursqualität online ist schlecht, zugleich leisten Institutionen in Medien und Politik immer weniger Integration der Gesellschaft durch lebendige Debatten, weil sie zunehmend ihren Eigenlogiken folgen. Die Zivilgesellschaft muss nun selber ohne Profis lernen, wie sie fair und pluralistisch Debatten führt, und einen Weg dahin könnten die neuen kleinen Demokratie-Initiativen wie Schmalbart zeigen. Anders als Parteien müssen sie keine Macht verdichten, sondern sie bleiben pluralistisch. Offen und vernetzt sind sie vom Selbstverständnis eher lose Gefüge, die zu einer demokratischen Plattform zusammenwachsen könnten.

Description

Die zunehmenden Schwierigkeiten mit freier Rede im Internet, vor allem die Zunahme sprachlicher Entgleisungen, Hetze und Mobbing, verdeckt in der Öffentlichkeit ein anderes Problem: Echte Verständigung durch sachliche Auseinandersetzungen und dialogische Klärungen finden in sozialen Netzwerken kaum statt, weil diese formal so strukturiert sind, dass sie zu Entropie (Unordnung und Zerfall) neigen. Zugleich bespielt die klassische Medienöffentlichkeit den Diskursraum immer schlechter, weil sie durch Eigenlogik (z.B. Aufmerksamkeitskampf, Klickmaximierung und Schnelligkeit) weniger Authentizität, Nachdenklichkeit und Positionsvielfalt zeigt. Der einzige Weg aus dem Schlamassel: die Zivilgesellschaft muss nun selber lernen, wie sie fair und pluralistisch Debatten führt, und einen Weg dahin könnten die neuen kleinen Demokratie-Initiativen wie Schmalbart zeigen.