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German
Discussion
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Immersion und Manipulation - Zeitgeschichte in Virtual Reality

Short thesis

Mit Virtual Reality hat man die Möglichkeit, journalistische Quellen und Archive anders zugänglich zu machen. Durch das Gefühl vor Ort zu sein, erschließen sich historische Ereignisse sehr subjektiv und unmittelbar. Gleichzeitig erzeugt die journalistische Einordnung der Quellen einen Bruch, der das immersive Erlebnis stört. Bislang fehlen auch ethische Konzepte für den Umgang mit Quellen und Zeitzeugen-Material, da Erlebnisse in historischen Räumen sehr manipulativ angelegt werden können.

Description

Obwohl VR gegenüber klassischen Vermittlungsformen mehr Empathie und Interpretationsspielraum schafft, sind die Nutzerszenarien für die Rezeption von Originalquellen noch sehr unterschiedlich. Was darf man zeigen, was geht zu weit? Wie stellt man in einer Szene notwendige Kontextinformationen zur Verfügung? Über welche Trigger steuere ich den Nutzer und ermutige ihn zur Interaktion? Wie bette ich analoge Dokumente und Archiv-Audio bzw. Video in den virtuellen Raum ein?

Diese Fragen sollen u.a. auch anhand des aktuellen Projektes “Manipulierte Verhöre”* diskutiert werden. Hier wird emotional erfahrbar gemacht, wie in Verhörsituationen Erinnerungen und Einstellungen psychologisch manipuliert werden können.

*Eine Kooperation des Reporterforums, der Robert Bosch Stiftung, VRagments, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und Deutschlandradio