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Die Uni-Trojaner

Short thesis

Mehr als 1,3 Milliarden Euro fließen jährlich aus der gewerblichen Wirtschaft an deutsche Hochschulen. Auf Hochschulwatch.de untersuchen Transparency International Deutschland, die taz und der fzs, wie Unternehmen damit über Hochschulpolitik und Forschung mitentscheiden und wie sich die Wissenschaft von ihnen abhängig macht.
Wir brauchen mehr Transparenz in der Wissenschaft: Deshalb fordern wir eine Veröffentlichungspflichten für Drittmittelverträge von Hochschulen und Unternehmen.

Description

An der TU und HU Berlin hat die Deutsche Bank jahrelang über die Forschung, Lehre und Personalpolitik von zwei Stiftungsprofessuren mitentschieden. Die Uni Köln hat einen Kooperationsvertrag mit Bayer, den sie trotz Klage nicht veröffentlichen will. An der Hochschule Kempten sind Hörsäle nach Sponsoren wie Bosch und Dachser benannt. Die Unternehmen sitzen gleichzeitig im Hochschulrat und entscheiden über die Hochschulpolitik.

Auf unserer Online-Plattform Hochschulwatch.de haben wir in den vergangenen zwei Jahren Beispiele wie diese systematisch zusammengetragen. So haben wir eine große Datenbank über Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in ganz Deutschland aufgebaut, in der wir mehr als 10.000 Verbindungen zwischen Unternehmen und Hochschulen aufzeigen.

Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs: Die meisten Daten zu Drittmitteln sind weiterhin nicht öffentlich zugänglich. Dabei sind Unternehmen in allen Hochschulbereichen engagiert: Sie sitzen in Hochschulräten, geben jedes Jahr mehr als 100 Millionen Euro für Stiftungsprofessuren aus, kaufen sich die Namensrechte an Hörsälen und Instituten und veranstalten Einführungstage für Erstsemester an Universitäten.

Mit Hochschulwatch haben wir eine Debatte über Einflussnahme von Unternehmen auf Hochschulen angestoßen. Unsere Daten und Recherchen liefern dafür die Grundlage und sollen langfristig zu mehr Transparenz in der Wissenschaft führen. Wir fordern aktive Veröffentlichungspflichten für Drittmittelverträge zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, regelmäßige Sponsoringsberichte sowie die Einbindung der Hochschulen in die Informationsfreiheitsgesetze.

Wir hoffen, mit dem Projekt Menschen zu ermutigen, uns über kritische Verflechtungen mit der Wirtschaft an ihren Hochschulen zu informieren und das Thema auch vor Ort anzusprechen.

Hochschulwatch wird getragen von Transparency International Deutschland, der Tageszeitung taz und dem freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften fzs.

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