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German
Workshop
Everyone
"Was kann ich dafür, dass Nazis meiner Meinung sind!" - rechtspopulistische Gesprächsstrategien entlarven

Short thesis

Nicht alles ist Hatespeech - und gerade dann braucht es auf so manche frech-dreiste Kommentarspalte mit rechtspopulistischer Begriffskaperei leider doch Statement, Argumente, Haltung und Benennung des Problems. Dieser Workshop lädt dazu ein sich nicht still und leise vor dem gesamtgesellschaftliche Problem wegzuklicken und passiv-frustriert in die eigene Filterbubble zurückzulesen, sondern will motivieren nicht aufzugeben und sich einzubringen und den Raum der fairen Debatte und des Austausches zurückzuholen. Mit interaktiven Buzz-knopf-Format!

Description

 Es sind nicht gerade Breaking news: Der Aufstieg und die Etablierung der Rechtspopulisten in Deutschland und ihre formulierte Partei haben bis heute von den Sozialen Netzwerken profitiert. Sie sind Ort der Mobilisierung selbst erzeugter Meinungsführerschaften, hier sind die gewünschten Gegenöffentlichkeiten ganz so wie die Bewegung sie sich selbst zusammen imaginiert hat. Das Web 2.0 - ein Ort der Vernetzung, Selbstinformation und des freien Austauschs ist von dem ursprünglich niedrigschwelligen, freien Zugang für alle, die sich ein Account anlegen konnten, zu einem Ort geworden ist, an dem die Gerüchteküche täglich eine neue Mixtur für die Filterbubble bereithält und diese willentlich auch mit verbreitet. Menschen haben Kommunikationsklimata erschaffen, in der viele stille Mitleser_innen und wenige Aktive viel schlechte Stimmung mit Vorurteilen in den Kommentarspalten manifestieren.

Der Begriff Hate Speech - für sogenannte diskriminierende, abwertende Äußerungen im Netz - hat sich etabliert und bei vielen Beteiligten für Verwirrungen gesorgt. Soll dieses Hate Speech die Meinungsfreiheit etwa einschränken? Eher im Gegenteil - wie die Session aufzeigen wird. Nicht jede frech-dreiste Gesprächsstrategie ist Hate Speech, auch nicht jede Beleidigung und schlechtes Kommunikationsklima fällt darunter. Es braucht Engagement und Aktivismus, damit wir auch ohne Androhung von Anzeigen, melden, mobben, hetzen und beschimpfen die Sozialen Netzwerke wieder als das erkennen, was sie positiv macht - als Orte der fairen, demokratischen Debatte, der Bereicherung, Annerkennung und Beziehungen.

Die Session soll aufzeigen mit welchen unterschiedlichen Reaktionen reagiert werden kann, welche Argumentationsfiguren es gibt und wann es Sinn macht in die Diskussion zu gehen oder sich zu positionieren. Da es immer mehr als nur eine Antwortmöglichkeit gibt - denn das macht eine gute Debatte aus - werden nach einem kurzen Input wird das Publikum Teil, einer im Charme von 90er-Jahre-Drück-den Buzzknopf-Show und selbst in Teams Antworten finden müssen. Es geht uns darum, gemeinsam gute Antworten zu finden und diese einzubringen. Selbstverständlich gibt es am Ende der Show auch einen Preis für den besten und schlagfertigsten Umgang mit Hasskommentaren.