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Zivilcourage im Netz!

Short thesis

Der Hass im Netz ist allgegenwärtig, diese Menschen tun etwas dagegen.
Dieses Panel dient als Einladung an alle Nutzer*innen der Sozialen Medien, sich angesichts der dortigen Wut nicht wegzuducken, sondern Betroffene zu stärken bzw. selbst aktiv zu werden. Diskutiert werden Herausforderungen wie die tägliche Auseinandersetzung um Deutungshoheit,  die Eigenmotivation sowie die Motivation der Community und der Umgang mit Populisten.

Description

Wer hat es noch nicht erlebt? Ein Klick an der falschen Stelle, ein kritischer Kommentar bei einer Medienseite, ein Blick in die Facebook-Kommentare und schon sehen wir uns mit den negativen Seiten im Netz konfrontiert – Beleidigungen, Diffamierungen, Fake News, Empörung. Die verbale Schlammschlacht, die mit der Aufnahmekrise ein neues Level erreichte, ist in den Sozialen Netzwerken in vollem Gange.

Wo die Sozialen Netzwerke Teilhabe und Austausch vieler versprachen, sind sie anscheinend gleichermaßen zum Hilfsmittel für Wutakteure und Bühne für populistisches Schwarz-Weißdenken geworden, dessen schiere Lautstärke einen Großteil der Nutzer*innen verstummen lässt. Doch das muss nicht sein! Nutzer*innen haben es selbst in der Hand, die Art und Weise der Kommunikation zu gestalten und die relevanten Themen zu besetzen um ein Gegengewicht darzustellen.

Unsere Panelisten haben ganz unterschiedliche Initiativen gegen Hass im Netz gegründet und sind dabei teilweise selbst zum Ziel von Shitstorms geworden. Doch auch wenn die Wut einen zuerst alleine trifft, stellen sie fest: Wir sind nicht allein, denn es gibt eine Stille Mitleserschaft, die der aufgeheizten Stimmung nicht weiter schweigend gegenüber stehen möchte. Diese gilt es zu aktivieren.

Kübra Gümüsay, freie Autorin und Aktivistin, studierte Politikwissenschaften in Hamburg und London. Sie initiierte und gründete mehrere Vereine und Kampagnen, u.a. die anti-rassistische Kampagne #SchauHin, das feministischen Bündniss #Ausnahmslos und die Kampagne “Organisierte Liebe” gegen Hass und für mehr Wohlwollen im Netz. Das Magazin Forbes zählte sie 2018 zu den Top 30 unter 30 in Europa im Bereich Media und Marketing.

Hannes Ley, Kommunikationsberater aus Hamburg, wollte nicht länger zusehen, wie Hasskommentare auf Facebook unwidersprochen stehen bleiben. Er gründete nach schwedischem Vorbild die Facebookgruppe #ichbinhier, die fast 38.000 Mitglieder täglich zum Schreiben sachlicher Kommentare aufruft und mit dem 'many to many' - Ansatz einseitige Hasskommentare nachhaltig um ein vielfältiges Meinungsbild erweitert.

Gerald Hensel ist Berater für digitales Branding und 1. Vorsitzender des Vereins Fearless Democracy e.V. Nachdem er bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Scholz & Friends die private Aktion #KeinGeldFürRechts gestartet hatte, wo er Marken aufrief mehr Verantwortung mit ihren Werbegeldern zu übernehmen, wurde er selbst zum Ziel eines massiven Shitstorms mit Rufmordkampagne und zahlreichen Morddrohungen. Er ließ sich nicht unterkriegen und steht mit seinem Verein Opfern digitaler Massengewalt bei und versucht, digitalen Hass für die Zivilgesellschaft verständlicher zu machen.

Franzi von Kempis ist im Netz als “Die besorgte Bürgerin” unterwegs, die in kurzen Videos gesellschaftliche Phänomene wie Verschwörungstheorien, Populismus oder Hassrede anschaulich wie auch kritisch-humorvoll beleuchtet. Beruflich leitet die Journalistin seit Januar 2018 als Chefin-vom-Dienst das Videoteam bei t-online.de.

Moderatorin Carline Mohr


 

Dieses Panel wird organisiert vom ichbinhier e.V.
Kontakt Susanne Tannert: info@ichbinhier.online

Speakers

Moderators