Fair Porn: Von Lust und Gewissen

Politics & Society
re:publica 2015

Short thesis: 

Wir schauen gerne Porn. Er ist geil und doch oft ungeil. Spätestens dann, wenn das Wissen über die Produktionsbedingungen des frei verfügbaren Stoffs uns einholt. Auch mitten in Europa werden Darstellerinnen schlecht bezahlt. Zwang und Ausbeutung sind keine Seltenheit. Hinzu kommen stereotype Bilder vom Sex. Riesenschwänzige Dummbratzen treffen auf glattrasierte Objekte männlich dominierter Lust. Was macht das mit uns? Was macht das mit unseren Kindern? Fragen über Fragen und der Wunsch nach Alternativen, die wir unbeschwert genießen könnten. Wir freuen uns auf eine aufgeschlossene Meinungsrunde.

Description: 

Das Internet wurde für Katzenfilme und Pornos erfunden. Beides ist omnipräsent und für jede jederzeit verfügbar. Doch viele plagt ein schlechtes Gewissen beim kostenlosen Konsum.

Vor allem, wenn man sich über die Pornoindustrie informiert. Dabei zeigt sich auch in diesem Geschäft eine eklatante Ungleichverteilung von Geld und Macht. Die Bedingungen und Verträge, mit denen die Darstellerinnen sich mit den meist männlichen Firmeninhabern auseinandersetzen, sind eine Katastrophe. Auch in Teilen Europas und selbst in Deutschland. Ausbeutung und Unfreiwilligkeit sind keine Seltenheit. Mit Emanzipation, sexueller Selbstbestimmung und weiblicher Lust beschäftigen sich die most watched Videos hingegen gar nicht. 

Für Jugendliche ist der Tunnelblick auf vollrasierte, schwanzhungrige, würgende riesentittige Objekte und großschwänzige aufgeblasene grunzende Dummbratzen viel zu oft Aufklärungsunterricht. Freiraum für kopulationsfreie achtsame Sexualität bleibt kaum. 

Kann man solchen Porn verantwortungsvoll genießen? Wie kann besserer Porn entstehen? Wie können wir dazu beitragen? Als bekennende Porn-User wollen wir eine Meinungsrunde zu alternativem Porn anbieten.

STG-J
Tuesday, May 5, 2015 - 14:45 to 15:45
German
Discussion
Intermediate

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