Mensch, Macht, Maschine – Wer bestimmt wie wir morgen arbeiten?

Politics & Society
re:publica 2015

Short thesis: 

Maschinen machen uns nicht arbeitslos, sie werden unsere Chefs. Uns werden dann häufig nur noch die Jobs bleiben, für die sich die Maschinen zu schade oder wir einfach günstiger sind. Es wird Zeit für eine neue, digitale Arbeiterbewegung.

Description: 

“Automation doesn’t replace labor. It displaces it.” Lilly Irani

Auf der rp13 habe ich in meinem Vortrag ‚Das Ende der Arbeit‘ gefragt, ob Maschinen uns unsere Arbeitsplätze weg nehmen. Seitdem ist das Thema auch in der breiten Öffentlichkeit auf die Tagesordnung gerückt. Vor allem aber ist klarer geworden, wie die Veränderung der Arbeitswelt durch den technischen Fortschritt konkret aussieht und wer dabei die Fäden in der Hand hält. 

1. Die Datenhausmeister

Durch die Automatisierung und Datendienste ist bereits eine neue Arbeitsform entstanden: „der digitale Hausmeister“. Große Datenunternehmen wie Facebook und Google sind nachwievor auf die Hilfe von Menschen angewiesen, um ihre Datensätze „sauber zu halten“. Bei Facebook z.B. sortieren Menschen ständig die schlimmsten Inhalte aus. Diese Arbeit ist weitgehend unsichtbar, schlecht bezahlt und ohne jegliche Rechte. 

Dieser Teil greift die Entwicklungen um die technologiebedingte Arbeitslosigkeit auf und zeigt am Beispiel der Datenhausmeister, welche Richtung sie einschlagen.

2. Die Datenbosse

Die sogenannte „Sharing Economy“ verspricht neue Arbeitsplätze und die Möglichkeit für jeden, etwas dazu zu verdienen. Aber wenn hinter einem Dienst wie Uber häufig nur ein Algorithmus verbunden mit einer App steht, bleiben die Rechte und der Schutz der Dienstleister (z.B. Fahrer) auf der Strecke. Wer sich nicht so verhält wie der Algorithmus es für richtig hält, wird abgestraft.  

In diesem Teil wird die Frage gestellt, wie eine Welt aussehen würde, in der das Arbeitsmodell der „Sharing Economy“ den Arbeitsmarkt ersetzt hat. 

3. Eine neue Datenarbeiterbewegung

Uber-Fahrer organisieren sich, Crowdworker gründen neue Gewerkschaften, die Neo-Ludditen gewinnen an Aufmerksamkeit. Sie haben verstanden, dass nicht der technologische Fortschritt das Problem ist, sondern die Macht, die sich einige, wenige durch ihn aneignen. 

Dieser Teil zeigt, dass wir den Entwicklungen nicht hilflos ausgeliefert sind und macht Vorschläge was wir tun können. 

STG-6
Thursday, May 7, 2015 -
10:00 to 11:00
German
Talk
Beginner

Speakers

Geschäftsführer