Heated Rivalry und der Rest Weltfrieden

Achan Malonda

19.05.2026 19:15–19:45
Loft
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Medien & Öffentlichkeit
#Diversity #Sex #Filme & Serien #Netzkultur
Heated Rivalry, eine kanadische Mini‑Serie über zwei rivalisierende Hockeyspieler, wurde dank jahrzehntelang gewachsener Online‑Fandoms zum globalen Phänomen. Der Vortrag zeigt, wie Fanfiction, Internetkultur und weiblich-zentrierte Erzähltradition einen Heilungsort im digitalen Chaos erschufen.

Fandoms sind das emotionale Rückgrat des Internets. Seit Jahrzehnten schaffen Communities auf Plattformen wie AO3, Wattpad oder Tumblr eigene Erzählwelten. In Fanfiction und Memes verhandeln sie, wie Liebe und Erotik jenseits toxischer Tropes aussehen können – getragen von Frauen und Queers, die in der Popkultur Räume für Zärtlichkeit suchen. Diese Gemeinschaft, geprägt von Manga, Anime und Harry Potter und groß geworden zwischen Foren, Kommentarspalten und BookTok, wurde zum Resonanzboden für ein unwahrscheinliches Phänomen: Heated Rivalry. Eine kanadische Miniserie mit Mini‑Budget, zwei Hockeyspielern, verbotener Lust und sehr viel Gefühl. Ich habe sie illegal gebinged (sorry, Kanada) – seitdem wohnt mein Gehirn in einem Cottage in Quebec. Und ich bin damit nicht allein. In meinem Vortrag erzähle ich, wie diese Serie mitten ins Herz eines vom globalen Horror erschöpften Internets traf; wie sie durch Community zum weltweiten Erfolg wurde; was das ursprünglich japanische Genre „Boys Love“ ausmacht; welchen psychologischen Payoff es trotz Kritik bietet – und warum schwuler Hockey‑Smut manchmal der letzte Rest Weltfrieden ist, den wir noch haben.