re:publica 25
26th-28th May 2025
STATION Berlin
Rüdiger Maas, Roland A. Stürz, Ilka Wolter, Carolin Thiem
Digitale Generationssiols
Die dritte Generation der Digital-Natives beginnt gerade in die Schule zu gehen. Die zweite verlässt sie. Die erste ist schon lange im Arbeitsleben angekommen und verdrängt langsam die Generationen, die sich noch an Schnurtelefone, Kursbücher und Kontaktanzeigen in Zeitungen erinnern können und an eine Zeit ohne Computer, Mobiltelefon und Internet.
Digitalgenerationen sind in ganz unterschiedlicher Weise von Digitaltechnologien beeinflusst. Empirische Untersuchungen bestätigen dies. Sie zeigen, dass Digital- & Datenkompetenzen entlang gängiger Sozialkategorien ungleich verteilt sind. Neben Bildungsgrad und Geschlecht ist das Alter ein zentraler Unterscheidungsfaktor.*
Die Alterskohorten divergieren in der Fähigkeit Soft- und Hardware einzusetzen, digitale Daten zu generieren und zu verwenden, ihrem Verständnis von Algorithmen oder der Verwendung sozialer Medien. Diese Kompetenzen entscheiden nicht nur über den Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern wirken sich auf alle Lebensbereiche aus, schaffen unterschiedliche soziale und kulturelle Partizipationsmöglichkeiten und prägen insgesamt das Weltverständnis.
Vor allem aber führen die unterschiedlichen Kompetenzniveaus und Umgangsweisen mit digitalen Erfahrungswelten zu einer Separation der digitalen Generationen.
Anhand von Impuls-Vorträgen und einer Diskussion sollen die Folgen dieser Entwicklung nachgegangen werden. Wie stark sind die digitale Gräben zwischen den Generationen und was ist die Folge dieser Trennung? Haben die Generationen eigene Codes, Verhaltensweisen und Weltzugänge entwickelt, die zu Silos führen und nicht mehr ohne weiteres überwunden werden können? Was muss geschehen, um ein weiteres Auseinanderdriften der Generationen zu verhindern? Oder führt die digitale Transformation ganz im Gegenteil zu neuen Allianzen und Verbindungen, die vorher nicht möglich waren und so den intergenerationellen Austausch stärken?