Von hässlichen Affen, Spekulationen und Ketten: Das Dritte Web

tante

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Web3, NFT, Crypto und natürlich Blockchain sind heute in aller Munde und allen Medien. Aber was genau bedeuten diese Konzepte und was will die Web3 Community erreichen? Haben sie recht damit? Und wenn sie recht haben, warum sehen alle diese NFTs so furchtbar aus? Müssen wir für die gute Revolution auf Schönheit verzichten?
Stage 5
Lecture
Deutsch
Conference

Man kommt an den Begriffen Web3, NFT, Crypto und Blockchain kaum vorbei. Dabei werden die Begriffe im Öffentlichen Raum oft kaum wirklich erklärt oder kritisch beleuchtet.

ich möchte einige Fäden aus meinem recht populären Artikel "Das Dritte Web" (https://tante.cc/2022/02/04/das-dritte-web/) und den Kommentaren auf Golem.de und Jacobin aufnehmen und weiterspinnen.

In einem kurzen Abriss versuche ich nochmal die Vision des Web3 als neuer Struktur des Internet zu umreißen. Was würde sich ändern? Was wäre neu? Was bliebe gleich?

Im Folgenden möchte ich noch mal auf die politischen Werte, die in der Architektur und der Technologie und der Community verbreitet sind, eingehen, herausarbeiten, wo sie ungewöhnlich sind, und vor allem auch wo sie sich mit vielen Werten der traditionellen digitalen Bürger*innenrechtsbewegung decken (hier kommen zum Beispiel Dezentralisierung und Transparenz als Werte ins Spiel). Und wo diese Werte zu neuen Problemen führen, alte Probleme nicht lösen und evtl. sogar verstärken. Bis hier hin geht es vor allem darum, dass alle im Raum das das Buzzword Web3 mit allem was dranhängt, so weit verstehen, dass sie meiner Kritik folgen, sich aber auch eine eigene Meinung bilden können. Das wäre die erste Hälfte der Session.

In der zweiten Hälfte würde ich gerne die Parallelen zu den in unserer Community vertretenen Werten noch mal aufnehmen. Wenn diese im Web3 ein Problem sind, sind sie das vielleicht auch jetzt schon? Ist Dezentralität vielleicht etwas zu kurz gedacht? Ist Transparenz als solche vielleicht nicht genug? Wie wollen wir eigentlich, dass sich das Internet zu den Staaten verhält?

Hier gilt es, die Fesseln des traditionellen Technologiediskurses hinter sich zu lassen und sich der Frage zuzuwenden, was eigentlich unser WebNEXT sein soll: Welche Aufgaben soll es haben? Offensichtlich reicht die "Software ist Open Source, kannst ja alles machen" Haltung, die wir bisher oft sehen, nicht. Sind Zentrale Plattformen vielleicht manchmal auch gut? Und wie stellen wir sicher, dass sie dann nicht so Scheiße sind wie Facebook?

Der Web3 Diskurs eröffnet uns so die Gelegenheit, auch unsere eigenen Annahmen am konkreten Beispiel zu reflektieren, Lücken zu finden und mit einigen neuen Impulsen für eine repolitisierte, aktive Gestaltung des Netzes aus der Session zu gehen.

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