Online Sicherheit für vulnerable Zielgruppen

Irina Rosensaft

Summary
Online Sicherheit für vulnerable Zielgruppen ist ein holistisches Problem, das gemeinsam mit staatlicher Regulierung, den Plattformen und auch mit User Behaviour bewältigt werden sollte. Die mehrfache Marginalisierung und damit verbundene Mehrdimensionalität des Online Hasses und der Unsicherheit.
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Zusammenfassung

Online Sicherheit für vulnerable Zielgruppen ist ein holistisches Problem, das gemeinsam mit staatlicher Regulierung, den Plattformen und auch mit User Behaviour bewältigt werden sollte. Die mehrfache Marginalisierung und damit verbundene Mehrdimensionalität des Online Hasses und der Unsicherheit stellen eine zunehmende Herausforderung für Politik und Gesellschaft.

Bereits im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlebt die Gesellschaft eine Desinformationswelle und Cyberangriffe sowie Gefährdung der politischen Meinungsbildung in Deutschland. Der jüngste Terrorangriff gegen Israel und der darauf geführte Krieg spülen viel Hass (online und offline) in die Gesellschaft. Der unkontrollierte Umgang mit Medien, unregulierte Plattformen und die KI getriebene Verbreitung von Desinformation bringen die Zivilgesellschaft an die Grenzen.

Um den Umgang mit Hass einzudämmen, gibt es bereits einige regulatorische Ansätze wie der DSA (Digital Services Act – EU-Gesetz über digitale Dienste), auch sind Prozesse eingerichtet worden, die Menschen helfen sollen, Hass anzuzeigen und ihm entgegenzustehen. Es bedarf eines holistischen Ansatzes zwischen Gesetzgebung, Plattformbetreibern und ihren Community Standards sowie aus dem User Behaviour, um dem dualen Hass online und offline nachhaltig zu begegnen.

Was jedoch nicht immer greift, ist der Umgang mit der psychosozialen Situation der Betroffenen, die nicht zuletzt aufgrund von Algorithmen und teils gewaltsamen Inhalten ungeschützt und der digitalen Gewalt ausgeliefert sind.

Hier sehen wir als Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland, deren Aufgabe durch eine Kombination von Handlungsrichtlinien, einem psychosozialen Angebot und auch Wissensvermittlung, Hilfe für Betroffene von digitaler Gewalt anzubieten.

Als eine Organisation, die eine vulnerable und mehrfach marginalisierte Bevölkerungsgruppe repräsentiert, implementieren wir Medienkompetenz und Schutzkonzepte, um unsere Zielgruppen vor den psychosozialen Folgen der Desinformation zu schützen. Dafür haben wir Konzepte entwickelt und kooperieren mit einem breiten Netzwerk an Organisationen, die in der Lage sind, auf besondere und mehrdimensionale Situationen zu reagieren.

Dieses Wissen und Erfahrung werden wir gern den Teilnehmenden von re:publica zur Verfügung stellen.

 

Irina Rosensaft, Leitung Fachbereich Digitale Transformation
Leitung Fachbereich für Digitale Transformation