Everybody Wants to Rule the World: Wie wir die Alltags-Suchmaschine Google Maps in den Griff bekommen

Mathias Großklaus

18.05.2026 12:30–13:00
Energiemobil
German
(Lightning-) Talk
Politics & Society
#Digitalpolitik #Platforms #Common good #Geopolitik
Google Maps ist zum Betriebssystem unseres Alltags geworden. Was dort nicht sichtbar ist, existiert für viele Menschen kaum. Warum das ein übersehenes Problem für unsere Demokratie ist, erklären uns 80s Powerballaden. Sie zeigen auch, dass gute digitale Infrastruktur gar keine so wilde Utopie ist.

Wir schauen durch Google Maps auf die Welt. Wo wir essen, einkaufen, wie wir dorthin kommen: Was Algorithmus und Reviews nicht vorschlagen, bleibt unsichtbar. 

Dass wir guten ÖPNV haben, Erholungsorte finden, dass Innenstädte lebendig bleiben, ist eigentlich Job von Kommunen. Doch Informationen darüber sind schleichend zu Maps gewandert, vielleicht kommen bald Arzttermine dazu. Schon jetzt besitzt Google viel bessere Planungsdaten als Behörden. Und das, obwohl die Marktmacht der Plattform auch auf öffentlichen Quellen beruht: Amtliche Geodaten und Nutzereingaben.

Das ist auch Weltpolitik: Was, wenn Google für Trump nicht nur den „Golf von Amerika“ einführt – sondern das Navigationsystem in europäischen Autos abschaltet? Oder in Berlin keine „woken“ Museen mehr anzeigt?

Um diese Macht zurückzugewinnen, müssen wir Karten als digitale Infrastruktur verstehen und regulieren: Nicht wie Software, sondern wie Straßen. Wir müssen Alternativen stützen, die es längst gibt, etwa die OpenStreetMap. Und nicht zuletzt müssen Zivilgesellschaft und Staat gleichermaßen Eitelkeiten überwinden: Google Maps in den Griff bekommen wir nur gemeinsam.

Dieser Programmpunkt wird durch die Stiftung Mercator unterstützt. / This programme session is supported by Stiftung Mercator.