re:publica 25
26.-28. Mai 2025
STATION Berlin
Der digitale Faschismus liebt generative KI: Trump wie Musk teilen massenhaft KI-generierte Bilder und Videos auf ihren Plattformen, und auch die AfD hat schon lange den Nutzen von Midjourney & Co. für den Wahlkampf erkannt. Das ist kein Zufall, denn die Technologie ist kein politisch neutrales Werkzeug.
Generative KI basiert auf der massenhaften Aneignung und Entwertung kreativer Arbeit, sie reproduziert und verstärkt rassistische und sexistische Klischees, und sie ist strukturell nostalgisch. Denn um ein Bild der Gegenwart oder gar der Zukunft zu generieren, ist sie auf Bilder aus der Vergangenheit angewiesen. Das macht sie anschlussfähig für eine globale Rechte, die sich nach einer Vergangenheit sehnt, die so nur in Bildern existiert.
Kann es also überhaupt einen emanzipatorischen Umgang mit generativer KI geben? Oder sind KI-generierte Bildwelten eindeutig und unwiderruflich rechts codiert? Und welche anderen Bilder lassen sich der Ästhetik des digitalen Faschismus entgegensetzen?
Roland Meyer ist Bild- und Medienwissenschaftler und DIZH-Brückenprofessor für Digitale Kulturen und Künste an der Universität Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte, Theorie und Ästhetik synthetischer Medien, operativer Bilder und algorithmisch vernetzter Bildkulturen. 2021 erschien sein Buch «Gesichtserkennung» in der Reihe Digitale Bildkulturen bei Wagenbach.