re:publica 25
26.-28. Mai 2025
STATION Berlin
"AI Realism" beschreibt wie das Narrativ von "KI" so tief in unser Denken integriert wurde, das es sogar kaum noch möglich ist, über Alternativen überhaupt noch nachzudenken: Es gibt nur noch die Optionen, diese "KI" Systeme ein wenig zu regulieren oder irgendwie "Ethik" in die Maschinen einzubauen.
Warum ist das so? An welchen anderen Narrativen dockt das "KI" Narrativ an? Warum schaffen es diese manchmal nützichen aber eben auch sehr beschränkten Systeme so effektiv kritischen Debatten auf Basis von Fakten auszuweichen? Warum werden sie vor allem als magische Zukunftstechnologie oder das Ende der Welt verhandelt?
In diesem Vortrag möchte ich zuerst die kulturelle Logik und die Narrative auf denen "KI" aufsetzt untersuchen, beginnend mit dem Begriff "Intelligenz". Im Folgenden möchte ich die sozialen und technologischen Strukturen und Glaubenssätze herausarbeiten, die in diese Systeme eingebettet sind schon lange bevor irgendjemand irgendwelche Daten gesammelt oder damit ein Neuronales Netzwerk trainiert hat. Die strukturellen Fundamente und Logiken (nein, man muss dazu keinen Code lesen können oder wissen, wie man neuronale Netze trainiert). Ich möchte den Vortrag dann abschließen mit einem Vorschlag, wie man diese Automatisierungs- und Statistiksysteme besser bewerten und verstehen kann, um den Schritt von "AI Realism" zu einfach nur "Realism" zu ermöglichen.
Wir müssen in der Lage sein, über diese Systeme, die mächtige Unternehmen und Organisationen in nahezu jeden Aspekt des Lebens einbringen wollen, sinnvoller zu reden. Müssen verstehen, dass sie nicht "nur Technologien" oder "Dinge, die man ein wenig regulieren sollte" sind. Wir müssen das in ihnen eingebettete politische Programm verstehen um dann die nötigen politischen Debatten und Konflikte zum Thema "KI" führen zu können.