re:publica 26
18.-20. Mai 2026
STATION Berlin
Der professionelle Journalismus hat seine Rolle als machtvoller Gatekeeper in der digitalen Öffentlichkeit weitgehend verloren. In den sozialen Netzwerken konkurriert er mit vielen anderen Playern – Influencer*innen, alternativen Medien, Expert*innen, Politiker*innen – und wird von diesen auch kritisiert. Der Journalismus reagiert darauf oft mit einer Wagenburg-Mentalität. Man möchte keine Fehler oder Schwächen eingestehen, sondern recht behalten. Das macht es – wie etwa der Konflikt zwischen dem NDR-Format Strg_F und dem Youtuber Rezo zeigt – oft erst richtig schlimm.
Was die Forschung zeigt: Entscheidend für das (in Teilen der Bevölkerung) schwindende Vertrauen in den Journalismus sind weniger seine tatsächlichen Fehler und Schwächen, sondern die angenommenen Ursachen dafür. Vielen Menschen vermuten Manipulation, Fremdsteuerung und bewusstes Lügen – obwohl die tatsächlichen Gründe meist andere sind. Daran, so meine These, tragen Journalist*innen eine Mitschuld. Sie müssen mehr über die echten Probleme reden. Im Rahmen des Vortrags möchte ich das in einem Selbstversuch ausprobieren – und auch über meine eigenen Fehler und Fuckups sprechen.