Wenn Nostalgie Distanz senkt: Sounds, Memes und rechtsextreme Anschlussfähigkeit

Charlotte Lohmann

19.05.2026 18:45–19:15
Loft
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Bildung & Lernen
#Zivilgesellschaft #Demokratie #Populism #Polarisation
Wiedererkennbare Songs und Bilder aktivieren Erinnerung und Nostalgie. Als (Sound-)Memes erleben sie Revivals in audiovisuellen Medien. Das ist nicht nur Unterhaltung: Rechtsextreme nutzen diese vertrauten Ästhetiken. Sie kapern nostalgische Internetkulturen und machen sie zur Bühne für Propaganda.

Rechtsextreme Akteur*innen eignen sich Sounds, nostalgische Meme-Formate und Retro-Ästhetiken im audiovisuellen Raum an. Vertraute Popsongs, bekannte Medienbilder oder ironische Referenzen erzeugen emotionale Nähe, Zugehörigkeit und Vertrautheit, während ideologische Bezüge nicht immer sofort zu erkennen sind. Das funktioniert, weil Nostalgie für demokratiegefährdende Ideologien anschlussfähig ist, da sie an vereinfachte Vorstellungen eines „früher war alles besser“ andocken kann. Gerade in polarisierten und aufgeladenen Diskursen teilt sie die Welt in Davor und Danach, in Wir und Die Anderen, und reproduziert gefährliche Rhetoriken. Rechtsextreme Akteur*innen greifen solche Nostalgie-Narrative auf, verdichten sie und bringen sie in neue, anschlussfähige Formen, mit Normalisierung zum Ziel, denn nostalgische Bezüge verwischen die Distanz.

Die Session will aufzeigen, warum genau diese Narrative wirken und weshalb ihnen insbesondere in einer intergenerationellen, emotionalen Medienbildung Raum gegeben werden muss.