‚Danke für dein Statement‘ - und warum uns das nicht weiter bringt

Jean-Philippe Kindler

20.05.2026 16:15–17:15
Atrium 1
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Medien & Öffentlichkeit
#Digitalpolitik #Content Creators #Activism #Polarisation
Immer häufiger bedeutet politisch zu kommunizieren "Statements" zu verfassen. Diese sind, so der Forschungsstand, von hohem Selbstbezug geprägt und leisten keinen Beitrag zur Herausbildung von tatsächlichen Schicksalsgemeinschaften. Steht jeder für sich auf der richtigen Seite der Geschichte?

Wir leben im Zeitalter des politischen Statements. Marken, die sich für moralisch zweifelhafte Kooperationen entschuldigen, Aktivisti, die sich von eigenen oder fremden Positionen distanzieren, oder ihrer Community beweisen wollen, dass sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Anders, als man möglicherweise annehmen würde, haben politische Statements aber nicht den einenden Charakter, den man ihnen zu schreibt. Der Forschungsstand spricht Bände: Politische Statements sind selbstbezüglich und erschweren eher die Herausbildung von Schicksalsgemeinschaften. Folgendes Bild ist durchaus passend: In den sozialen Medien steht jeder für sich allein auf der richtigen Seite der Geschichte. Wir sind wie Menschen, die nach erfolgtem Small-Talk zufällig in die selbe Richtung müssen und verlegen mit einigen Meter Abstand hinter einander herlaufen. Der humoristische Vortrag möchte a) den aktuellen Forschungsstand zur Rezeption von "Statements" abbilden und b) Alternativen aufzeigen, wie politische Gruppenwirksamkeit tatsächlich gelingen kann.