#rp26-Sprecher Rainer Mühlhoff: KI und der neue Faschismus

08.04.2026 - Wie Tech-Milliardäre die Zukunft formen, gefährdet unsere Demokratie. Der Philosophie-Professor spricht darüber, wie wir ihre Macht begrenzen können.
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Foto von Rainer Mühlhoff. Er trägt kurze Haare und lächelt in die Kamera
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Felix Noak

In der zweiten Amtseinführung Trumps manifestierte sich ein beunruhigender Trend der vergangenen Jahre: Bei seiner Vereidigung saßen die bekanntesten Tech-Bosse in der ersten Reihe, was einer bislang beispiellosen Machtdemonstration gleichkam. Darüber hinaus ging der rechtsorientierte Silicon-Valley-Milliardär Elon Musk bei einer der Feierlichkeiten mit einer Geste viral, die eindeutig als Hitlergruß zu erkennen war.

Was in den darauffolgenden Tagen passierte, beschreiben viele als digitalen Staatsstreich: Unter der Führung Musks begann das neu geschaffene Department of Government Efficiency, den US-amerikanischen Verwaltungsapparat zu übernehmen – mit „einer Mischung aus Überrumpelung, Einschüchterung und Hacker-Taktiken“, wie Rainer Mühlhoff schreibt.

Auf der re:publica 26 wird der Philosophie-Professor sein neues Buch „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ vorstellen – und darüber sprechen, warum wir die KI-Industrie demokratisch kontrollieren müssen. Denn die ultrarechten Ideen der Tech-Bros liefern Heilsversprechen, obwohl sie Ausbeutung und Hierarchien legitimieren. 
Ob die Unterstützung für den Wahlkampf der AfD oder die Installation eines Netzwerks   von Verbündeten in der US-Regierung: Wie kommt es dazu, dass Big Tech auf einmal faschistischen Ideologien folgt und künstliche Intelligenz als Infrastruktur staatlicher Macht einsetzen möchte – und zwar weltweit? Wie verhindern wir, dass wir uns durch apokalyptische KI-Szenarien oder die Hoffnung auf die Entstehung einer Artificial General Intelligence (AGI) von den realen Schäden dieser Technologie in der Gegenwart ablenken lassen? 

Rainer Mühlhoff ist Professor für Ethik und kritische Theorien der Künstlichen Intelligenz an der Universität Osnabrück und assoziiertes Mitglied am Einstein Center Digital Future sowie an der Berliner Charité. Er untersucht den Zusammenhang von KI und Macht, durch den es zu neuen Formen der Ausbeutung, sozialer Ungleichheit und zum Erstarken autoritärer Politikstile kommt. Zuletzt erschienen sind von ihm 2025 das mit dem Buchpreis der Friedrich-Ebert Stiftung ausgezeichnete „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“, sowie „The Ethics of AI“ und im Jahr 2023 „Die Macht der Daten: Warum künstliche Intelligenz eine Frage der Ethik ist“.