Visionen für die Agrarwende oder Business as Usual? Menschenrechte und Unternehmensverantwortung entlang landwirtschaftlicher Lieferketten.

Christian Schliemann-Radbruch, Pablo von Waldenfels, Anabel Bermejo

Zusammenfassung
Die globale Agrarwirtschaft ist einer der Haupttreiber von Klimakrise, Ressourcenausbeutung und Artensterben. Eröffnen Lieferkettengesetze Wege für eine menschenrechtlich wie ökologisch nachhaltige Agrarwende? Oder ist es nur alter Wein in neuen Schläuchen?
Podiumsdiskussion
Deutsch
Conference

Unternehmensverantwortung endet weder am Werkstor noch an der Staatsgrenze. Neue rechtliche Regelwerke wie das deutsche Lieferkettengesetz (LkSG), das französische „loi de vigilance“ oder das demnächst verabschiedete europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) beinhalten menschenrechtliche und ökologische Verpflichtungen, die auch für die Agrarbranche gelten. Als eine von 18 Trägerorganisationen hat das ECCHR 2019 die Initiative Lieferkettengesetz gegründet und die Entwicklung sowie das Inkrafttreten des deutschen Gesetzes im Januar 2023 kritisch begleitet. Im April 2023 haben wir pakistanische Textilarbeiter*innen in einer der ersten Beschwerden wegen Verstößen gegen das LkSG unterstützt. Weitere aufsehenerregende Fälle mit ECCHR-Beteiligung betrafen deutsche Automobilkonzerne und Bananenanbau. 

Aufgrund unserer Expertise sieht das ECCHR Lieferkettengesetze als wichtige Hebel für die drängende ökologische Transformation. Gleichzeitig kennen wir die Schwächen bestehender Regelungen. Beides wollen wir auf der rp24 in Bezug auf die Agrarindustrie diskutieren und gemeinsam wirksame Strategien entwickeln.

Foto von Christian Schliemann-Radbruch
Co-Leiter des Programmbereichs Wirtschaft und Menschenrechte des ECCHR
Picture of Pablo von Waldenfels, Director Corporate Sustainability
Director Corporate Responsibility
Anabel Bermejo, betternau
Senior Communications Advisor