Nutrient Cycle - The Food Loop

Regina Gnirss, Sandra Schwindenhammer, Kai Purnhagen, Stephan Becker-Sonnenschein

Info
Nährstoffmoleküle im Lebensmittelkreislauf können aus Exkrementen zurückgewonnen und als Recyclingdünger das Wachstum von Pflanzen fördern. Wie kann das funktionieren? Mit Trockentoiletten und Hydroponic Technologien. Die Forschungsprojekte zirkulierBAR und SUSKULT arbeiten an einer Nährstoffwende – dem "Food Loop".
Stage 2
Panel discussion
Deutsch
Conference

Der Green Deal will den UN Nachhaltigkeitszielen folgend ein Umdenken in der europäischen Agrarwirtschaft erreichen. Einen Weg bietet der  Wechsel von linearen, hin zu zirkulären Produktionssystemen. Die Nahrungsmittelproduktion stellt mit der Verdauung einen bisher wenig genutzten Kreislauf dar, in dem wertvolle Nährstoffe aus menschlichen Fäzes und Urin zurückgewonnen werden können. Düngemittel enthalten Phosphor, der in Bergwerken abgebaut wird und eine endliche Ressource darstellt. Wasser ist in manchen Regionen auch eine knappe Ressource. In Anbetracht einer wachsenden Weltbevölkerung und dem Klimawandel steht die Nahrungsmittelproduktion vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. 
Aber wie ließen sich die Nahrungsmittelproduktion sichern und gleichzeitig Ressourcen schonen? Zwei interdisziplinäre Forschungsprojekte bieten hier unterschiedliche Lösungsansätze - mit und ohne Wasser. 

Das Projekt zirkulierBAR konzentriert sich darauf, bisher ungenutzte Rohstoffe aus Trockentoiletten zu Recyclingdünger aufzubereiten und wieder in die Landwirtschaft zurückzubringen. Das spart Frischwasser und reduziert den CO2-Fußabdruck. Das Projekt SUSKULT nimmt Kläranlagen in den Blick. In Kläranlagen sind alle für die Pflanzenproduktion nötigen Nährstoffe zu finden. Gemüseproduktion im urbanen Raum, gekoppelt an Kläranlagen kann Transportwege kurz halten und zu einer lokalen und nachhaltigen Agrarproduktion beitragen. 

Lasst uns diskutieren: Wollen wir sicheren Qualitätsdünger aus verschiedenen Toiletten-Stoffströmen für die Lebensmittelerzeugung zulassen? Wie muss das rechtlich geordnet werden? Wie kann die Sanitärstoffsammlung und Nahrungsmittelproduktion der Zukunft aussehen? Was bedeutet es für Stadtwerke, eine Biomüllsammlung aufzubauen und was für Klärwerke, bei der Gemüseproduktion mitzuwirken?

 

Regina Gnirss trägt einen Blazer und lächelt in die Kamera. Sie hat kurze Haare.
Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung
Portraitaufnahme vor Bücherwand
Stellv. Verbundkoordinatorin und Teilprojektleiterin
Hier ist Kai Purnhagen zu sehen. Er trägt eine Brille und einen Anzug. Er lächelt freundlich in die Kamera
Professor für Lebensmittelrecht